Wohnhaus

Overbeckstraße 78 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7608
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Overbeckstraße 78, 50823 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1903; nahezu quadratischer Grundriß mit rückwärtigem Seitenflügel (Verlängerung rechte Achse); 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Giebelaufsatz und Dachhäuschen; 4 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung mit Anklängen an Renaissance und Jugendstil; Kellersockel (profilierte Lagefugen) durch Sohlbankgesims vom EG (Lagerfugen, Bogenquaderung/Sockelgeschoß) abgesetzt; 1./2. OG einheitlich gegliedert (Verklammerung beider Geschosse durch ornamentierte und profilierte Brüstungsfelder im 2. OG und einheitliche Fensterrahmung); linke Hausachse durch giebelartigen Dachaufsatz betont (Konsolen in der Gesimszone, profilierte Rahmung und Ornamentik); Dachhäuschen nehmen Axialität der Fenster auf; Horizontalgliederung durch Stockwerksgesims (EG), Sohlbankgesims (1. OG) und profiliertes Traufgesims; Fenster (außer 2. OG links und Gauben) und Eingangstür original; Rückfronten: verputzt; stichbogenförmige Fensteröffnungen; originale Fenster (außer 2. OG); Hinterhaus dreiachsig (über im Grundriß abgerundetes Treppenhaus an das Vorderhaus angeschlossen); Vorderhaus zweiachsig (2 originale Gauben). Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit Mittelornament)/Treppenhaus mit Bordüre; doppelte Deckenstuckleiste im Vorflur; Unterzug Vorflur/Treppenhaus rundbogig gefaßt; Wohnungsabschlußtüren (zum Teil verkleidet) mit Rahmen; WC-Tür (EG); Hoftür Kellertür; Antrittspfosten, Geländerstäbe und Handlauf in Holz; Betonstufen; Grundrisse weitgehend original; zum Teil alte Zimmertüren (im Seitenflügel zum Teil verkleidet) mit Rahmen; Vorderhaus: EG mit originalem Stuck (unter abgehängten Decken); Keller mit preußischen Kappen. Bestandteil des Denkmals ist auch die noch größtenteils erhaltene Hofmauer, nicht jedoch der links angebaute Schuppen.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie. Erschließungsansätze nördlich der Bahntrasse reichen bis in die erste Hälfte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück und beschränkten sich auf die Otto- und die Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und am Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße führten. Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich im Bereich des Ottoplatzes (heute Christine-Teusch-Platz) und der Overbeckstraße als siedlungsfördendes Element.

Das oben genannte, 1903 errichtete Objekt dokumentiert als integraler Bestandteil einer einheitlichen Bebauung - die Häuser Overbeckstr. 66 - 78 sind gemeinsam geplant - die ursprüngliche Bebauung der Overbeckstraße als Teil der frühen Erschließungsphase des Geländes zum Wohngebiet. Charakteristisch ist hierbei die rückwärtige Bebauung der Parzellen durch einheitliche Seitenflügelbauten mit wechselnder Stellung (dreiseitige Hinterhofbebauung auf Doppelparzellen). Straßenseitig prägen die einheitlich und zurückhaltend gestalteten Fassaden die Overbeckstraße im Bereich zwischen St. Anna und Nußbaumerstraße. Im Zusammenspiel mit dem gegenüberliegenden 1910/11 errichteten Schulgebäude, deren partiell zurückgestufte Bauflucht den Straßenraum platzartig erweitert, ergibt sich eine markante städtebauliche Gesamtsituation in deren Rahmen das o. g. Objekt unverzichtbar und unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0