Wohnhaus

Overbeckstraße 72 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7582
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Overbeckstraße 72, 50823 Köln
Baujahr1903
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1903; 3 Geschosse; ausgebautes Mansarddach (4 neu verkleidete Gauben); 4 Achsen (Eingang links); Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Verbindung von neoklassizistischen mit Neo-Renaissanceformen; EG: profilierte Lagerfugen/Bogenquaderung (Sockelgeschoß); 1./2.OG: profilierte Fensterrahmungen (1. OG: Giebelbekrönte Verdachungen; 2. OG: schlicht profilierte Verdachungen); Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (EG) Sohlbankgesimse (1./2.OG), Traufgesims und horizontale Putzbänder (in Sohlbank-, Kämpfer- u. Sturzhöhe); Fenster erneuert; Eingangstür original; Rückfront: in Verlängerung der linken Gebäudeachse dreiachsiger Seitenflügel; Vorderhaus (2 Achsen; 2 Gauben) u. Seitenflügel backsteinsichtig (gelbe Backsteinlagen als Horizontalgliederung; Stichbögen in gelben Backstein gemauert); Fenster erneuert; Treppenhaus schwingt rund zum Vorderhaus aus; rechte Achse des Seitenflügels 2-geschossig (mit Gaube). Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit Mittelornament), Treppenhaus u. auf den Podesten (mit Bordüre); Fußleiste im Treppenhaus/ Vorflur; profilierte Deckenleiste im Vorflur; hölzerner Antrittspfosten, gedrehte Geländerstäbe und Handlauf; Treppenstufen in Beton; Wohnungsabschlußtüren mit Rahmen (außer EG Vorderhaus); weitgehend Zimmertüren mit Rahmen; doppelte Stuckleisten in den Straßenräumen (EG/1./2. OG); Speichertür (Speicher mit Drempel u. Dachstuhl); Kellertür, Dielenböden (EG); Grundrisse durch Einbau von Bädern geringfügig verändert; Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.

Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich im Bereich des damaligen Ottoplatzes (heute Christine-Teusch-Platz) und der Overbeckstraße als siedlungsförderndes Element. Das o. g. 1903 errichtete Gebäude dokumentiert als integraler Bestandteil einer einheitlichen Planung (Gebäude Nr. 66 - 78) die ursprüngliche Bebauung der Overbeckstraße als Teil der frühen Erschließungsphase des Geländes zu einem Wohngebiet. Charakteristisch ist hierbei die rückwärtige Bebauung der Parzellen durch einheitlich gestaltete Seitenflügel (dreiseitige Hinterhofbebauung auf Doppelparzellen).

Straßenseitig prägen die im Detail variabel, im Gesamtaufbau jedoch einheitlich gestalteten Fassaden den Straßenzug zwischen St. Anna und der Nußbaumer Straße. Im Zusammenspiel mit dem gegenüberliegenden 1910/11 errichteten Schulgebäude, dessen partiell zurückgestufte Bauflucht den Straßenraum platzartig erweitert, ergibt sich eine markante städtebauliche Gesamtsituation in deren Rahmen das o. g. Objekt unverzichtbar und unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0