Wohnhaus
Siemensstraße 20 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7616 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 20, 50825 Köln |
| Baujahr | 1911 bis 1913 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1911/13; Architekt: Gottfried König; 3 Geschosse, Giebelgeschoß, ausgebautes Mansarddach; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung mit Anklängen an den Jugendstil; strenger Fassadenaufbau weist auf Neu-Klassizismus hin; asymmetrische Fassadenkomposition: Giebelfeld links, dreigeschossiger Standerker (mit Balkon) leicht nach links aus der Mittelachse gerückt; ornamentierte Fenster- und Türverdachungen im EG (Kartuschen mit Rollwerk, Putto)/Fensterbrüstungen 2. OG (ovale Wandfelder)/seitlicher Wandabschluß 3. OG (Darstellung eines Raben?)/ovales Giebelfenster; Horizontalgliederung durch um den Erker verkröpfte Sohlbankgesimse (EG/1./2. OG) und Sturzgesimse (1. OG; im 2. OG nur am Erker); Fensterzonen der Erker-Obergeschosse und Außenachsen 1. OG mit aufgeputzten Wandvorlagen gegliedert; Dachgaube, Fenster erneuert; Eingangstür original; Rückfront: verputzt; 5 Achsen (rechts vorgestuft, mittig Balkonanlage, links Treppenhaus); Balkone mit originalen Metallgeländern (außer EG und Dachgeschoß); Fenster erneuert (außer Treppenhaus: Bleiverglasung mit farbigen Scheiben und originalen Beschlägen); Dachgaube original. Innen original: Schwarz-weiße Bodenfliesen im Vorflur/Treppenhaus EG; grün glasierte Wandfliesen im Vorflur; Vertikalgliederung der Wand; Decke und Unterzug mit Kanneluren; Terrazzotreppe; Antrittspfosten, Gländer (mit Metallbuchsen) und Handlauf in Holz; hölzerne Wandleiste; Wohnungseingangs- und Zimmertüren im 1./2./Dachgeschoß; Grundrisse; Decken abgehängt.
Bestandteil des Denkmals ist auch die straßenseitige Einfriedung mit Metallgeländer und rückwärtig die zweiseitige Gartenmauer, so wie der Vorgarten und der rückwärtige Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansieldungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumer Straße herstellt. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützen. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen hier wenig veränderten Bebauung. Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten) widerspiegelt. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0