Wohnhaus
Merkensstraße 3 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7599 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merkensstraße 3, 50825 Köln |
| Baujahr | 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.08.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1911; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit Zwerchgiebel; 5 Achsen (mittiger Eingang/Zweispänner-Mietshaus); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von Jugendstil und Neo-Klassizismus; Mittenbetonung durch hochaufragendes Giebelfeld (reich ornamentiert, mit ovalem Fenster) mit geschweiftem Abschluß und profilierter Fensterrahmung (2./3. OG zusammengefaßt; 1. OG reich ornamentiert); stilisierte Kolossalordnung (auf flache Wandvorlagen und Ornamentfelder reduziert); Brüstungsfelder der Obergeschosse leicht zurückgestuft und sparsam ornamentiert; profiliertes Traufgesims; in das Mansarddach einschneidende Dachgeschoßfenster; Kellersockel und Eingangsbereich verändert (Wandfliesenverkleidung) Fenster original; Rückfront: 4 Achsen; verputzt; im Bereich der Mittelachsen erneuerte Balkonanlage; in der Dachzone 2 Zwerchhäuser (links verschiefert, rechts verputzt); Fenster (außer Dachbereich) original, bzw. repariert/teilweise erneuert. Innen original: Terrazzobelag im Treppenhaus/Treppe; Antrittspfosten, Geländer (mit Messingbuchsen) und Handlauf in Holz; Oberlichter der Wohnungsabschlußtüren; EG: Deckenstuck (Leisten und Mittelornament); zum Teil Türrahmen/Türen (verkleidet); Bestandteil des Denkmals sind auch Teile der rückwärtigen Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Merkensstraße, deren Bebauung bis zum 1. Weltkrieg abgeschlossen ist. Das o. g. Objekt kombiniert Elemente des Neo-Klassizismus (Kolossalordnung, straffe Fassadengliederung, symmetrischer Aufbau) mit denen des Jugendstil (Ornamentik, flächig angelegte Fassade). In der Reduzierung beider Stile deutet sich gleichzeitig schon die Neue Sachlichkeit an. Als bauliche Einheit mit dem Nachbarhaus (Nr. 1 a) ist das o. g. Objekt ein straßenbildprägendes Beispiel für die Bebauung unmittelbar vor dem 1. Weltkrieg und als bauliches Dokument der Entwicklung Ehrenfelds unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0