Wohnhaus

Schadowstraße 45 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7630
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schadowstraße 45, 50823 Köln
Baujahrum 1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut um 1909; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach mit hohem Ziergiebel (seitlich je eine Gaube mit ins Dach einschneidendem Fenster); 5 Achsen (mittiger Eingang; Zweispänner-Mietshaus); Putzfassade mit Stuckgliederung im späten Jugendstil; Fassadenrhythmisierung durch 2 zweigeschossige Erker mit Balkonen (originale Metallgeländer), aufgeputzte Quaderstruktur (EG als Sockelgeschoß stärker profiliert) und aufwendiges, stark plastisches Bauornament: geometrisch gestaltete Fensterbrüstungen und -stürze, Konsolen, Pilaster (Kolossalordnung) und Lisenen (Giebelfeld), Eingangsportal (Eingangstür original), figürliche Reliefs (unterhalb der Traufe Handwersdarstellungen; im 2. OG der Erker antikisierende Figuren) und Masken (Eingang; seitlich im 2. OG; Giebel); Fenster erneuert (außer 3er-Gruppe und rhombenförmige Fenster im Giebel); Rückfront: seitlich einachsige Seitenflügel (über abgeschrägte Ecken ans Vorderhaus angeschlossen); 1:5:1 Achsen; verputzt; Balkone (erneuert) seitlich der mittigen Treppenhausachse; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert (außer einem Treppenhausfenster mit Beschlag), bzw. mit Glasbausteinen geschlossen; Dachgauben erneuert; Hoftür original. Innen original: Entrée: Bodenfliesen; Wandverkleidung (zweifarbiger Marmor, Spiegel, 4 tönerne Wandreliefs mit musizierenden Putten); gewölbte Dekke mit Gurtbögen und stilisiertem Kreuzgratgewölbe; Treppenhaus (Geschosse/Podeste) mit Bodenfliesen; Treppe mit Terrazzobelag; Antrittspfosten (Metall) mit Laterne (geschliffene Gläser); Metallgeländer/Holzhandlauf; profilierte hölzerne Wandleiste; Wohnungsabschlußtüren (mit Bleiverglasung) im EG/1./2. OG; Grundrisse; Zimmertüren Parterre rechts, 1. OG links, 3 Speichertüren mit Rahmen; abgehängte Decken (darunter Stuck erhalten). Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang des heutigen Christine-Teusch-Platzes (früher Ottoplatz). Dem o. g. Objekt kommt aufgrund seiner außergewöhnlichen Fassadengestaltung und der monumentalen Bauweise (breite Lagerung des Baus) straßen- und platzbildprägende Bedeutung zu. Diese Wirkung wird maßgeblich durch die aufgeputzte Quaderstruktur (Natursteinimitat), die die gesamte Wand- und Giebelfläche überzieht, und das starkplastische, sehr kantig wirkende Ornament bestimmt. Der Eindruck der lastenden Schwere wird am deutlichsten bei den EG-Fenstern, besonders unterhalb der Erker. Bei gleicher Gliederung wie die Obergeschoßfenster sind diese niedriger, was optisch eine Folge der auf ihnen lastenden Baumasse zu sein scheint. Ähnlich verhält es sich bei der Eingangstür, die in einer mächtigen Rahmung ungewöhnlich klein wirkt. Als integralem Bestandteil der ursprünglichen Bebauung der Schadowstraße an St. Anna ist das o. g. Objekt Dokument der stadtteilspezifischen Bebauung Neuehrenfelds und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0