Wohnhaus

Schadowstraße 53 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7739
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schadowstraße 53, 50823 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.01.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Wohnhaus, um 1914 erbaut. 3 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß. Stuckfassade: Bossenquaderung aus Sandstein im EG und Dekorationselemente in Anklängen an den geometrischen Jugendstil; 4 Achsen, asymmetrischer zweigeschossiger Erker mit Balkon in zweiter Achse und Hauseingang (originale Haustür) in der rechten Achse sowie architekturbeherrschender Ziergiebel über 2., 3. und 4. Achse. Fenstergliederung verändert.

Rückfront: nach 1945 verändert.

Im Inneren original erhalten: Entrée und Treppenhaus: weiße Marmorstufen/Terrazzotreppe mit geschmiedetem Eisengeländer. Fliesen im Sockelbereich. In den Wohnräumen des EG bis zum 3. OG: flach reliefierter Stuck, profilierte Türen und in jedem Geschoß je ein Kachelofen im geometrischen Jugendstil.

Zum Denkmal gehörig ist der rückwärtigen Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützen. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Ojekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen, hier wenig veränderten Bebauung. Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten).

Das Gebäude paßt sich mit Erker und Ziergiebel dem Bautyp der Schadowstraße an und bildet mit den Nachbarbauten ein Ensemble, wobei dies monumentale strenge Fassadenbild mit der Bossenstruktur im Erdgeschoß ein wesentliches Gestaltungselement darstellt. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehört der Vorgarten und rückwärtige Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung in ihre stadtteilspezifische Ausprägung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0