Wohnhaus

Schadowstraße 51 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7706
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schadowstraße 51, 50823 Köln
Baujahr1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1914 (inschriftlich datiert); Architekt: Hermann Mohr (Bauherr: Georg Dregger); 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 6 Achsen (mittiger Zugang, Zweispänner-Mietshaus); Putzfassade mit Stuckgliederung im Stil des Neoklassizismus; Fassadenrhythmisierung durch 2 zweigeschossige Erker mit Balkonen und 2 Zwerchhäuser mit hochaufragenden Giebeln.

Kellersockel/EG bis Kämpferhöhe mit aufgeputzter Quaderstruktur (Rustikimitat); Fenster rundbogig; Eingangsbereich mit Halbsäulen, Architrav und ornamentiertem Aufsatz; Wandflächen 1./2. OG, Dachgeschoß durch stuckgerahmte Wandspiegel (masken- und ornamentgeschmückt) gegliedert; Sohlbankgesims 1. OG; vorkragendes Dachgesims; Eingangstür/Fenster (außer Giebelfenster) erneuert; Rückfront: verputzt; Mittelrisalit mit Balkonen; seitlich davon Wintergärten (Fachwerkkonstruktion) und Terrasse (Dachgeschoß); Mittelrisalit mit seitlich je zwei Fensterachsen; Fenster erneuert (Risalit nach Kriegsschaden wiederaufgebaut). Innen original: Vorflur: Natursteinwandverkleidung; oben stuckgerahmte Wandfelder; Eierstabfries; Unterzug natursteinverkleidet; weiß-graue Marmorstufen Vorflur/Treppenhaus; Treppenhaus mit Wandfliesen (ornamentierte Bordüre); Metallgeländer mit Holzhandlauf; Terrazzotreppe; Podeste schwarz-weiß gefliest (außer Dachgeschoß); Hoftür (zum innenliegenden Lichtschacht mit Metallfenstern); Wohnungseingangs- und Speichertüren; aufwendiger Deckenstuck (Kassetten, ovale Deckenfassungen) und Zimmertüren u. a. im EG links, 1. OG, 2. OG; Parkettfußboden u. a. im EG; Kachelöfen mit Jugendstilornament (grüne Kacheln); Einbauschränke; Grundrisse; Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Wohngebietserweiterung nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre entlang der Ottostraße, die jedoch vorwiegend gegen Ende des Jahrhunderts bzw. zu Beginn dieses Jahrhunderts bebaut wurde.

Erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Bahn (Eröffnung 1895) kommt es nämlich zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz, wo wenig später St. Peter errichtet wurde, entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang des heutigen Christine-Teusch-Platzes (früher Ottoplatz). Dem o. g. Objekt kommt aufgrund seiner strengen, am Klassizismus orientierten Formensprache und der Dimensionierung des Gebäudes eine straßen- und platzbildprägende Funktion zu. Der Architekt Hermann Mohr plante und errichtete die gesamte Eckbebauung Schadowstraße/Ottostraße, die sich als ein städtebauliches Ensemble präsentiert und eine repräsentative Stadtteilarchitektur dokumentiert, deren wohlhabende Bauherren in Neuehrenfeld eine von Franz Zilkens begründete hervorragende Wohnlage ausnutzten. Die 1913 fertiggestellte Blücherparkanlage hatte einen hohen Freizeitwert, während der um 1910 angelegte Ehrenfeldgürtel eine weitere gute Verkehrsanbindung mit ebenfalls repräsentativer Bebauung brachte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0