Wohnhaus

Manderscheider Straße 23 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7665
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Manderscheider Straße 23, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.11.1995
Stadtteil Sülz

Um 1912 erbaut, Eckhaus zur Wichterichstraße. 3 Geschosse, Giebelgeschoß, 3:2 Achsen; zur Manderscheider Straße Risalit in der Mittelachse, flacher Erker im 1. OG der linken Achse, zur Wichterichstraße Risalit in der rechten Achse. Putzfassade mit sparsamen Gliederungen, zum Teil in Steinputz, in Anklängen an Barock und im Stil des Neoklassizismus.

Dach inkl. Gauben sowie Fenster und Haustür original. Rückseiten verputzt, je zwei Balkone auf jeder Seite (baufällig); Fenster und Balkontüren weitgehend original.

Im Innern original erhalten: im Vestibül schwarzgerahmter Terrazzoboden mit sparsamen Mosaikeinlagen, Marmorwandsokkel, sparsame Stuckgliederungen an den Wänden und der tonnenüberwölbten Decke. In Flur und Treppenhaus Terrazzoboden bzw. -stufen, im Dachgeschoß Betonstufen; Treppengeländer in Holz mit gedrechselten Stäben, Antrittspfosten verändert; über dem weitgehend durchgängig in Wickeltechnik strukturierten Wandsockel des Treppenhauses profilierte hölzerne Abschlußleiste; Hoftür, Kellertür, alle Wohnungseingangstüren, zahlreiche Zimmertüren.

Zum Denkmal gehören auch: Vorgarten vor beiden Fassaden, mit originaler Einfriedung, sowie rückwärtig kleiner Garten.

Die Wohnbebauung in dem seit 1888 eingemeindeten Vorort Sülz setzte ab 1845 ein. Das o. g. Objekt entstand in der zweiten, für Sülz wesentlichen und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägenden Entwicklungsstufe: nach der Jahrhundertwende, als die Neustadt nahezu vollendet war und entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Gebiete für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen werden mußten. Es ist Bestandteil der Bebauung um den Manderscheider Platz. Dieser um 1911 von Fritz Encke in geometrischen Formen angelegten Platz ist ein Dokument des späten, mit Grünanlagen aufgelockerten historistischen Städtebaus, der eine Abkehr vom verdichteten Stadtraum bedeutete und den Charakter der anspruchsvollen Wohnlage aufgrund seiner weitgehenden Erhaltung bewahren konnte.

Wie alle übrigen, hier original erhaltenen Bauten ist auch das o. g. Gebäude in Maßstab und Gestaltung auf die Platzanlage bezogen und ist daher aus städtebaulicher Sicht und als Dokument der historischen Platzbebauung bedeutend seinen sparsam. Mit gegliederten Fassaden trägt es bei zum Verständnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne.

Als wesentlicher Bestandteil der Platzanlage sowie als Beispiel für die gehobene Architektur des frühen 20. Jahrhunderts wird das o. g. Objekt, das die Kriegszerstörungen unbeschadet überstanden hat, zu einem unverzichtbaren Zeugnis.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0