Wohnhaus

Manderscheider Straße 25 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7805
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Manderscheider Straße 25, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.03.1996
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1912; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 4 Achsen (mittiger Eingang); Fassadenrhythmisierung durch zweiachsigen Mittelrisalit; Putzfassade mit zeittypisch sparsamer Gliederung in Anlehnung an den Neo-Klassizismus (stilisierte Kolossalordnung im 1./2. OG des Mittelrisalits); rund-, bzw. korbbogenförmige Fensteröffnungen im EG; ornamentierte Eingangsrahmung; Fenstertüren im 1./2. OG des Mittelrisalits mit originalen Brüstungsgittern; Fenster/Fenstertüren erneuert (Kunststoff); Eingangstür original; Ornamente im DG des Mittelrisalits (auf den Wandflächen der Fensterzwischenräume) nach historischen Aufnahmen rekonstruiert; große neue/erneuerte Fledermausgauben (über dem Mittelrisalit vergrößert, seitlich gänzlich neu).

Rückfront: 6 Achsen; neu verputzt; zweiachsiger Mittelrisalit (Balkonanlage erneuert); Außenachsen mit loggia-artigen Balkonen; Fenster/Fenstertüren erneuert (Kunststoff).

Innen original:

Vorflur: Wandfliesen; obere Wandzone mit aufgeputzter Pilastergliederung, gerahmten Wandfeldern, Ornamentfries (Zopfmuster); Terrazzoboden mit Bordüre;

Treppenhaus: Terrazzotreppe; Antrittspfosten, Geländerstäbe und Handlauf in Holz; hölzerne Wandleiste; alle Wohnungseingangstüren; Kellertür;

Lichthof: Zugangstür original; Lichthof neu verputzt; neue Kunststoffenster (außer Treppenhausfenster, z.T. mit Bleiverglasung, Beschläge komplett);

Wohnungen: z.T. Zimmertüren (u.a. EG links) mit teilweise veränderten/überarbeiteten Füllungen; Deckenstuck mit flach angelegter Rosette und Deckenleisten (u.a. EG links); Grundrisse.

Bestandteile des Denkmals sind auch die straßenseitige Einfriedung (verputzter Sockel und Pfeiler, Kanten scharriert; Metallgeländer), der Vorgarten und der rückwärtige Garten (Einfassung des Gartenweges vermutlich original).

Die Wohnbebauung in dem seit 1888 eingemeindeten Vorort Sülz setzte ab 1845 ein. Das o.g. Objekt entstand in der zweiten, für Sülz wesentlichen und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägenden Entwicklungsstufe, die nach der Jahrhundertwende, als die Neustadt nahezu vollendet war, einsetzte, als entlang der Ausfallstraßen weitere Gebiete für zentrumsnahes Wohnen erschlossen wurden. Das o.g. Objekt, das ein integraler Bestandteil der weitgehend erhaltenen Bebauung am Manderscheider Platz ist und mit den Nachbargebäuden eine stilistische Einheit bildet, ist hierfür ein zeittypisches bauliches Dokument.

Der Manderscheider Platz wurde um 1911 von Fritz Encke (1903-1926 Gartendirektor in Köln) in geometrischen Formen angelegt und ist ein Dokument des späten, mit Grünanlagen aufgelockerten historischen Städtebaus, der eine Abkehr vom verdichteten Stadtraum bedeutete. Die platzrahmende Bebauung ist im Maßstab und der Gestaltung auf diese Platzanlage bezogen und in diesem Zusammenhang als Bestandteil der historischen Bebauung unverzichtbar.

Mit seiner zurückhaltend, im Stil des Neoklassizismus gegliederten Fassade, ist das o.g. Objekt bedeutsam für das Verständnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne. Zum Typus des Hauses gehören auch der Vorgarten, der das städtebauliche Bild der Platzanlage maßgeblich mitprägt, in Fortsetzung des begrünten Platzes, und der rückwärtige Garten, der wesentlich zur hohen Wohnqualität der durchgrünten Bebauung beiträgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0