Wohnhaus
Nußbaumerstraße 43 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7700 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Nußbaumerstraße 43, 50823 Köln |
| Baujahr | 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.12.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1911; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (später durch Ausbau verändert); 3 Achsen (Eingang mit originaler Tür rechts; Zugang Ladenlokal links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von klasszistischen und Jugendstilmotiven; Mittenbetonung durch zweigeschossigen Erker; EG mit geritzten Lagerfugen; Stürze eierstabartig, dekoriert abgetrepptes Stockwerkgesims (mit separater Verdachung) trennt EG und Obergeschosse; 1./2. OG durch stilisierte Kolossalordnung vertikal gegliedert; vorkragendes Traufgesims; Fenster EG rechts/Mitte und DG rechts original; Rückfront: 3 Achsen; verputzt; Fenster erneuert; ehemalige Wintergärten/Balkone geschlossen; Vorbau (vor 1931) neu (nicht Bestandteil des Denkmals); Kellertür original. Innen original: grau-rot gemusterter Fliesenbelag im Vorflur/Treppenhaus/Podeste; heller Marmorwandbelag im Vorflur (schwarze Marmorfußleiste); gewölbte Decke; Treppenbelag Terrazzo; Antrittspfosten, Geländerstäbe (mit Metallbuchsen), Handlauf in Holz; TH-Fenster mit originalen Metallrahmen und farbiger Bleiverglasung; Wohnungseingangstür Dachgeschoß, EG, 2. OG (Oberlicht); Zimmertüren EG/2. OG, 1 Doppeltür (verglast) 1. OG; teilweise erhaltener Deckenstuck (Straßenzimmer); Grundrisse EG, 1. OG, DG verändert; repräsentative Kachelöfen (EG/1. OG) der Firma Drüner und Nattenberg mit blauen Kacheln/Messingtüren. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Nußbaumer- und Siemensstraße an deren Kreuzungsbereich das o. g. Objekt als Bestandteil einer ensembleartigen Bebauung (Nußbaumerstr. 43 und 45/Siemensstr. 64) entstand.
Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen, nur wenig veränderten Bebauung.
Auffällig ist der reduzierte, die Vertikalität betonende Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen widerspiegelt. Das o. g. Objekt ist als stadtteilspezifisches Beispiel zeitgenössischer Architektur ein unverzichtbares Dokument und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0