Wohn- u. Geschäftshaus

Siemensstraße 64 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7710
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Siemensstraße 64, 50825 Köln
Baujahr1911 bis 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1911/12; Eckhaus zur Nußbaumerstraße; 4 Geschosse (3. OG und Dachgeschoß nach Kriegsschaden ausgebaut); 5:4 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederung im Stil des NeoKlassizismus; EG verändert (Wandfliesenverkleidung); Fassadenrhythmisierung durch risalitartigen Standerker mit Balkon (Siemensstraße) und zweigeschossigen flachen Erker (Nußbaumerstraße); Vertikalgliederung der Fassade durch kanellierte Kolossalpilaster (Rahmung der Fensterachsen); Fensterbrüstungen 2. OG/Treppenhausachse mit diamantierten, stuckgerahmten Putzflächen mit Mittelornament; Horizontalgliederung durch profiliertes Abschlußgesims (um die Erker verkröpft); Fenster erneuert; Eingangstür original; Rückfront: verputzt; 4:3 Achsen; Balkongeländer (2 Balkonanlagen), Hof- und Kellertür original. Innen original: grau-rote Bodenfliesen (zum Teil erneuert) im Treppenhaus/Podeste; ornamentierte Wandfliesen mit Bordüre im EG Treppenhaus (außer Zugang zum Hof); Fensterbänke im Treppenhaus; Wohnungseingangstüren 1./2. OG (innen verkleidet); Grundrisse 1./2. OG weitgehend original; zum Teil abgehängte Decken (darunter zum Teil erhaltener Stuck); Betonböden und -decken; Kellertür (innen) mit Beschlag. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten und der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jarhhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße herstellt. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des baumbestandenen Ehrenfeldgürtels von 1910 (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt). Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen, nur wenig veränderten Bebauung Neu-Ehrenfelds. Als Eckbau am Kreuzungspunkt von Siemens- und Nußbaumerstraße hat er doppelte straßenbildprägende Funktion, zumal es mit den Häusern Nußbaumerstr. 43 und 45 eine in stilistischer Hinsicht bauliche Einheit bildet. Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur widerspiegelt. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das für die Neuehrenfelder Bebauung als typisches Beispiel unverzichtbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0