Wohnhaus
Senefelderstraße 42 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7825 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Senefelderstraße 42, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.03.1996 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1903; Vorderhaus mit Seitenbauten und Querflügel (vierseitige Innenhofumbauung); Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (drei originale Dachhäuschen, Verkleidungen erneuert); 4 Achsen (EG dreiachsig mit mittigem Eingang); Putzfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an die Renaissance (EG mit aufgeputzten Lagerfugen; unterschiedlich profilierte Fensterrahmungen, im 1.OG mit Rundgiebeln; ornamentierte Brüstungsfelder im 1.OG); Eingangstür/Fenster erneuert; Kellersockel nachträglich mit Wandfliesen verkleidet.
Rückfront Hinterhaus: 2 Achsen; backsteinsichtig (EG verputzt); 2 Gauben; Fenster/Hoftür erneuert.
Innen original: Grundrisse (außer EG: Innenhofsituation durch Überbauung verändert).
Veränderungen: keinerlei originale Innenausstattung vorhanden; Innenhofsituation verunklärt.
Bestandteil des Denkmals ist auch die dreiseitige Hofmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds reichte der Baugrund südlich der Köln-Aachener Bahntrasse bald nicht mehr aus. Da die Nähe zum Arbeitsplatz für die Arbeiter wichtiger war als die Nähe zum Kölner Zentrum, wurde die Besiedlung nördlich der Bahnlinie vorangetrieben.
1872 bereits legte der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff die Senefelderstraße als erste Querstraße eines neu zu errichtenden Wohnbereiches an. Er parzellierte das Gelände und ließ die ersten 14 Häuser auf der Bickendorf zugewandten Straßenseite errichten.
Die Baulanderschließung in einseitiger Anbindung an eine Radiale (hier die Venloer Straße) ist typisch für die Besiedlungsentwicklung in Ehrenfeld. Im weiteren zeitlichen Verlauf wurde die Senefelderstraße dann sukzessive Richtung Subbelrather Straße bebaut.
Der breitgelagerte vierachsige Bau ist durch eine straffe Fassadengliederung gekennzeichnet, die durch einheitlich gestaltete, geschoßweise variierte Fensterrahmungen und -verdachungen charakterisiert ist. Das durch Lagerfugen profilierte EG, die Betonung des ersten Obergeschosses durch Rundgiebel auf Konsolen ("bel etage") und das Sohlbankgesims im 2.OG weisen auf eine klassische Fassadengliederung hin, wie sie u.a. bei Stadtpalästen der Renaissance üblich war.
Dieser Rückgriff auf historische Baustile war prägend für die Architektur der Gründerzeit, in der Ehrenfeld in wesentlichen Teilen errichtet, bzw. erweitert wird. Das o.g. Objekt dokumentiert mit zwei weiteren, nahezu identisch gestalteten Bauten (Senefelderstraße 16 und 18) diese wichtigste Periode der Stadtteilentwicklung. An der Platenstraße, die parallel zur Senefelderstraße verläuft, werden die dort errichteten, von der Baustruktur identischen Vierfensterhäuser in sparsamen, neuklassizistischen Backsteinformen variiert. Die mehrmalige gleichförmige Wiederholung von Wohnbauten ist Indikator für Spekulationsbauten zur Wohnraumbeschaffung für Personenkreise mit geringen Einkommen.
Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Bebauung stellt das o. g. Objekt somit ein unverzichtbares Dokument der Bau- und Sozialgeschichte Ehrenfelds dar, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0