Wohnhaus
Keupstraße 6 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8225 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Keupstraße 6, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1887 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.12.1997 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1887; dreigeschossiges Dreifensterhaus mit nachträglich ausgebautem Dachgeschoß, Stuckfassade im Stil der Neorenaissance; Inneres und Dach nach Brand neu ausgebaut.
Straßenfassade: dreiachsig; seitliches Eingangstor; EG mit Fugenschnitt und abschließendem Gesims (Sockel und Fensteröffnungen verändert); Fensteröffnungen im OG mit Sohlbankgesims und geohrter Rahmung, im 1.OG außerdem aufstuckierter Schlußstein und Fensterverdachung, über dem 2.OG Gesims und vereinfachter Dachansatz.
Seitenfront: Backsteingliederung entlang der Wandecken und der Giebelschrägen (geschlämmt), unterer Teil durch Anbau Regenstenstr. 74 verdeckt.
Orts- und stadtgeschichtlich bedeutsam ist das Wohnhaus als Beispiel der im 19. Jahrhundert einsetzenden langsamen Verstädterung, jedoch unter Beibehaltung des kleinstädtischen Charakters. Die Regentenstraße, um 1800 noch Bebauungsgrenze des alten Stadtkerns, wird nach dem Ausbau der Mülheim-Wipperfürther Straße (heute Bergisch Gladbacher Straße) in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Mietshäusern bebaut. In der unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses stammen noch die Häuser Regenstenstr. 68 und 72 sowie Keupstr. 12 aus dieser Zeit. Die Bauten belegen neben wenigen weiteren Gebäuden die ehemalige Bebauung in dieser Erweiterungszone des alten Mülheimer Stadtkerns.
Die architektonische Qualität des Hauses Keupstr. 6 ergibt sich aus der ausgewogenen Gestaltung der Stuckfassade, die durch profilierte Gesimse horizontal und durch die stuckgerahmten Fensteröffnungen vertikal gegliedert wird. Dieser klaren Gliederung ordnet sich die unterschiedliche Stuckierung der Etagen unter, die an italienischen Renaissancepalästen orientiert ist: Das die Basis bildende EG weist Putzquader auf (Rustikageschoß); die Beletage darüber wird durch eine aufwendigere Fensterrahmung betont. Insgesamt ist die Gestaltung schlicht und ordnet sich der reichen neogotischen Fassade des zur gleichen Zeit vom selben Bauherrn errichteten Eckhauses Regentenstr. 72 unter.
Trotz der Beeinträchtigunmg der Originalsubstanz durch den Umbau der 30er Jahre (EG) und durch die Brandeinwirkung ist das Haus ein wichtiges Beispiel für die Architektur der Mülheimer Stadterweiterung und bildet mit den Bauten Regentenstr. 72 und 74 ein städtebauliches Ensemble.
Aus den o. g. Gründen sind die Straßen- und die Seitenfassade des Hauses Keupstr. 6 unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0