Wohnhaus
Hardthofstraße 40 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7868 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hardthofstraße 40, 51069 Köln |
| Baujahr | frühes 19. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.05.1996 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut im frühen 19. Jh. (soll bereits auf der Katasterkarte von 1825 eingetragen sein); seit Beginn der 60er Jahre sukzessive umgebaut und erweitert; eingeschossiger, traufständiger Fachwerkbau (Backsteinausfachungen) mit Kniestock und Satteldach (ehemals Wohnhaus mit daran anschließendem Stallgebäude) und freistehendem Schuppen (Backstein, verputzt) mit Pultdach.
denkmalwerte Substanz:
- die Außenwände des ehemaligen Wohnhauses, bestehend aus Fachwerk (Eichenbalken) mit Backsteinausfachungen,
- die südliche Fachwerkaußenwand und die westliche, aus nachträglich verputzen Backsteinen bestehende Giebelwand des ehemaligen, angebauten Stallgebäudes,
- die noch erhaltenen Balkendecken (nicht aus Eichenholz; Deckenlattung und Putz entfernt)
- Innenwände im ursprünglichen Wohnhaus (Wand zwischen heutiger Diele/Wohn- und Eßraum in Fachwerk mit Backsteinausfachungen; Ständerwerk zwischen Eßplatz und Wohnraum, Hauptstützbalken fachgerecht erneuert
- der flache gemauerte Gewölbekeller (unter der Küche, mit zu etwa 50 % erhaltenem Natursteinboden)
- das Dachwerk des ursprünglichen Wohnhauses
Veränderungen:
Das ehemalige Stallgebäude (7,00 x 5,25 m) mit einer etwas geringeren Firsthöhe und geringerer Bautiefe als das Wohnhaus (7,00 x 8,50 m), wurde ab Anfang der 60er Jahre umgebaut und erweitert:
- 1962 wurde ein neuer Keller mit Kellertreppe in Beton angelegt (unterhalb der heutigen Diele/Badezimmer); dabei wurde die innenliegende Wohnzimmerwand im Keller behutsam abgefangen und im EG gedoppelt (Ziegelwand zur Diele)
- Stallgebäude ab 1965/66 zu Wohnzwecken umgebaut und erweitert (bildet heute eine Flucht mit dem Wohnhaus entlang der Nordseite); die neu errichtete nördliche Außen- und die aufgestockte westliche Giebelwand bestehen aus verputztem Schwemmstein (nicht Bestandteil des Denkmals); der Abort (Westecke des ehemaligen Stallgebäudes) wurde bei der Erweiterung entfernt
- im Zuge der Umbaumaßnahme wurde über dem neu geschaffenen Wohnteil ein neues Dachwerk errichtet (jetzt einheitliche Firsthöhe, Dachneigung und Traufkante mit dem Wohnhaus) und das gesamte Dach neu eingedeckt
- alle Decken im umgenutzten Stall in Beton ausgeführt; Treppe ins Dachgeschoß erneuert, dabei die Lage verändert (früher im Bereich des heutigen Eßplatzes, heute links neben der Eingangstür)
- Estrich im Wohnraum erneuert, Bad und Küche neu verfliest
- alle Zimmertüren im EG/OG erneuert
- alle Fenster, Rahmen und Schlagläden in Holz erneuert
- an der Nordostseite wurde die rechte Fensteröffnung neu geschaffen, dafür die linke Fensteröffnung an der Nordwestseite (heutiger Wohnraum) geschlossen
- im Anbau zwei neue Fensteröffnungen im EG, eine im Giebel
- Tür an der Giebelwand (EG links) neu
- heutige Eingangstür (erneuert, nicht erhaltenswert) wurde nach 1955 auf die linke Seite des mittleren Fensters (Südosten) verlegt (alte Türöffnung geschlossen)
- anstelle der ehemaligen Stalltür heute Fenster
- alle Dachflächenfenster neu
- neue Dachrinne mit Fallrohren
- Dachgeschoß mit Heraklit-Platten verkleidet und gedämmt
- Dachgeschoßboden mit Verlegeplatten belegt
- heutige Schlafzimmertür auf die andere Kaminseite verlegt
- sämtliche Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen erneuert
- Gebäudesockel (ursprünglich aus Bruchstein) wurde sukzessive erneuert
- die Anschlüsse der Backsteinausfachungen an das Holzständerwerk wurden 1971 ausgebessert
Der Schuppen besteht aus Backsteinmauerwerk (nachträglich verputzt und gestrichen) mit Pultdach (Eterniteindeckung). Die Holzbalken und die darauf angebrachte Verschalung sind größtenteils wurmstichig und teilweise erneuert (Austausch notwendig).
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Das südlich des Strunder Baches etwas abseits der Ortsbesiedlung Strunden und der übrigen historischen Höfe gelegene Gebäude ist ein Dokument des noch im 19. Jahrhundert völlig ländlich geprägten Siedlungscharakters des heutigen Dellbrück.
Das o. g. Objekt, das in unmittelbarer Nähe des Hardthofes liegt, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen (gehörte ehemals zum Besitz der Johanniter-Kommende Herrenstrunden) ist ein wichtiges, in die Landschaft eingebundenes, somit im übertragenen Sinne auch städtebauliches Zeugnis der ältesten Ortsgeschichte.
Es veranschaulicht die ehemals bäuerliche Kultur dieses ländlichen Gebiets. Das vermutlich aus dem 18./ 19. Jahrhundert stammenden Gebäude gehört bauhistorisch zu den im heutigen Kölner Stadtgebiet seltenen Beispielen von Fachwerkarchitektur bergischer Prägung. Trotz einiger umbaubedingter Veränderungen (Umnutzung des Stallgebäudes zu Wohnraum) ist die ursprüngliche Substanz in wesentlichen, für das Gesamtverständnis wichtigen Teilen erhalten und der Eindruck des ursprünglichen Baugefüges optisch gewahrt. Aus den genannten Gründen ist das o. g. Objekt ein unverzichtbares historisches Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0