Hofanlage Hardthof

Hardthofstraße 80 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6882
Typ Kleindenkmal
BezeichnungHofanlage Hardthof
Adresse Hardthofstraße 80, 51069 Köln
Baujahr18. bis 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.08.1993
Stadtteil Dellbrück

Dreiseitig umbaute, geschlossene Hofanlage; 18./19. Jahrhundert. Nordflügel (18. Jh.): Wohnhaus aus Fachwerk; traufständig nach Osten; 2 Geschosse; hoher Speicherraum unter Krüppelwalmdach; 3:1 Achsen; mittlerer traufseitiger Hauseingang, Tür erneuert; Fenster erneuert, ehemals mit Schlagläden versehen; südliche Schmalseite verschiefert; nördliche Schmalseite mit neuer Verblendung aus Fachwerk; an der östlichen Traufseite zur Zeit neue Fachwerkverblendung in Ausführung; im Inneren original erhalten: Grundrißgliederung (EG mit 4 Räumen), Holztreppe, Durchgang zum Nebengebäude; Gewölbekeller. Westlich an das Wohnhaus anschließendes Nebengebäude aus Fach-werk; eingeschossig; Satteldach; 4 Achsen; links hofseitige Türöffnung; Fenster und Tür erneuert; südliche Hofseite mit neuer Fachwerkverblendung. Westflügel (19. Jh.): Wirtschaftsgebäude (Stall) aus Backstein; 2 Geschosse; Satteldach mit Krüppelab-walmung nach Norden; teilweise backsteinsichtig; hofseitig im OG mit neuer Fachwerkverblendung; Nordseite mit Fachwerkmalerei; teilweise stichbogige Tür- und Lukenöffnungen, ehemals mit Schlagläden; im Bereich der nördlichen Westseite etwas späterer eingeschossiger Anbau aus Backstein unter Dachabschleppung. Südflügel (19. Jh.): Wirtschaftsgebäude (ehemalige Scheune); backsteinsichtig mit Gliederungen; Satteldach; teilweise unterkellert; nach Kriegszerstörung teilweise Wiederaufbau der Südwestseite; korbbogige Toröffnungen auf der Nord- und Südseite, heute vermauert, Holztor der Südseite und teilweise Schlagläden der Öffnungen auf der Ostseite erhalten; Westseite mit späterer rechteckiger Toröffnung; Dachstuhl mit teilweise originalen Binderbalken des ehemaligen Heubodens. Im Westen: Einfriedungsmauer aus verputztem Backstein.

Bestandteil des Denkmals ist auch die teils mit Obstbäumen bestandene, begrünte Freifläche auf der Ostseite des Hofes und die dort gegenüber dem Hauseingang befindliche Handschwengelpumpe mit gußeisernem Ständer und schmiedeeisernem Aufsatz.

Nicht zum Bestandteil des Denkmals gehören die neueren Anbauten von Stallungen auf der Nordseite der ehemaligen Scheune und der Westseite des Westflügels.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Der südlich des Strunder Baches abseits der Ortsbesiedlung Strunden und der übrigen historischen Höfe am Bachlauf gelegene Hardthof geht auf mittelalterliche Ursprünge zurück und gehörte ehemals zum Besitz der Johanniter-Kommende Herrenstrunden. Als Dokument des noch im 19. Jahrhundert völlig ländlich geprägten Siedlungscharakters des heutigen Dellbrück ist das Einzelgehöft, das seine isolierte Lage bewahrt hat, ein wichtiges, in die Landschaft eingebundenes, somit im übertragenen Sinne auch städtebauliches Zeugnis der ältesten Ortsgeschichte. Die Anlage verbindet Bauglieder unterschiedlicher Bauzeiten und Nutzungen - Wohngebäude aus Fachwerk in Substanz des 18. Jahrhunderts und Wirtschaftsgebäude aus Backstein aus dem 19. Jahrhundert - zu einem geschlossenen Komplex und veranschaulicht die ehemals bäuerliche Kultur dieses ländlichen Gebiets. In der eher seltenen Form des Dreiseithofes mit kleinen einfachen, auf älteren Bestand zurückweisenden Wohngebäuden stellt der Hardthof eine Variante innerhalb der Vielfalt historischer Hofformen dar. Die vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammenden Wohnhäuser gehören bauhistorisch zu den im heutigen Kölner Stadtgebiet seltenen Beispielen von Fachwerkarchitektur bergischer Prägung mit Verschieferung. Trotz der starken Veränderungen durch Verblendungen der alten Fachwerkaußenseiten sowie teilweise der Backsteinfassaden ist die ursprüngliche Substanz im wesentlichen erhalten und der Eindruck des Hofgefüges optisch gewahrt. Der Hardthof ist aus den genannten Gründen ein unverzichtbares historisches Denkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0