Wohnhaus

Strundener Straße 162 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8188
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Strundener Straße 162, 51069 Köln
Baujahr1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut 1914, Doppelhaus mit Nr. 164.

Eingeschossiger giebelständiger Putzbau mit ausgebautem Dachgeschoß (DG) im Heimatstil:

Bruchsteinsockel, polygonaler Eckerker mit bruchsteinverkleideter Brüstung, ziegelgedecktes Mansarddach, seitlicher Eingang. Fenster (Kunststoff) mit originalen Holzsschlagläden.

Straßenfassade: Im Erdgeschoß (EG) eine Fensteröffnung. Über Eck gestellter Erker mit abschließendem vorkragenden Ziegeldach.

Seitenansicht (Eingang): originale Eingangstür (Holz mit Glasfenster), dreistufiger Anlauf unter abgeschlepptem Vordach. Im Mansardgeschoss zweiteilige Schleppgaube.

Rückansicht: dreiachsig, mit rechtsseitigem massivem Terrassenvorbau, ehemalige Loggia im Obergeschoß (OG) später geschlossen. Fenster und Türen als Ganzglasscheiben erneuert.

Innen original: Keller mit Betondecke und Holztreppe. Treppenhaus: Holztreppe mit Stabgeländer. Im Eingangsbereich heller Terrazzoboden mit schwarzer Randleiste. Zwei originale Fenster im Treppenhaus erhalten. Grundrisse in allen Geschossen weitgehend vorhanden, nachträglich wurden einzelne Wohnungen abgetrennt. In den Geschossen Dielenböden (abgedeckt). Originale Zimmertüren mit Verglasungen teilweise erhalten, im Erdgeschoß Schiebetür mit geschliffener Verglasung. Spitzboden zu Wohnzwecken ausgebaut.

Vorgartenzone und rückwärtiger Garten sind Teil des Denkmals.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort entwickelte sich auch durch den Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln mit Eisen- und Straßenbahnlinien. Der Bergisch-Gladbacher Straße kam dabei als Ost-West-Verbindung besondere Bedeutung zu.

Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entstanden um diese Zeit viele Wohngebäude von finanziell starken "Stadtflüchtlingen". Diese Entwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, ging aber ab 1920 nahtlos weiter. Es entstanden mit geschlossenen Villenvierteln (z. B. Thielenbruch) auch viele Einzelbauten, die auf vorhandenen Restgrundstücken entlang wichtiger Verkehrswege wie der Strundener Straße erbaut wurden. Sie spiegeln noch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit und veranschaulichen das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen in städtischer Randlage.

Die Strundener Straße verläuft auf der Flußterrasse nördlich des Strunderbaches, der bei Herrenstrunden am Westrand der Bergischen Höhen entspringt. An seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf befanden sich ehemals mindestens 51 Mühlen (seit dem 14. Jh. belegt), denen auch die Ortschaft Strunden ihre Existenz verdankte. Zu den Mühlen gehörten oftmals Herrenhäuser wie Haus Thurn oder Isenburg - ehemalige Wasserburgen, deren Gräben vom Bach gespeist wurden. Das um 1914 errichtete Haus Strundener Straße 162 gehört zu einer Reihe repräsentativer, mit unterschiedlichen Stilelementen gestalteten Gebäuden auf beiden Straßenseiten. Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Haus als Dokument der stadtkölnisch beeinflußten Siedlungsentwicklung Dellbrücks in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts. Das Doppelhaus Strundener Straße 162-164 ist ein typisches Beispiel für den Heimatstil durch die Verwendung von Putz- und Bruchsteinmaterial, Erker, Schlagläden und die charakteristische Dachform, die hier durch ihre Doppelung besondere Signifikanz erlangt. Als eines der wenigen erhaltenen, qualitätvollen Beispiele dieser Epoche in der Strundener Straße kommt ihm besondere Bedeutung zu. Das Haus ist somit bezüglich seiner architektonischen Gestaltung bedeutsam, als auch als Beispiel für die etappenweise Besiedlung der Kölner Vororte, die sich in der Strundener Straße besonders deutlich ablesen läßt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0