Wohnhaus

Strundener Straße 164 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8139
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Strundener Straße 164, 51069 Köln
Baujahr1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.08.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut 1914, Doppelhaus mit Nr. 162.

Eingeschossiger giebelständiger Putzbau mit ausgebautem Dachgeschoß (DG) im Heimatstil: mit Bruchsteinsockel, polygonalem Eckerker mit bruchsteinverkleideter Brüstung, ziegelgedecktem Mansarddach und seitlichem Eingang. Fenster und Türen in Fassade und Gebäudeseite mit originalen Gliederungen und Schlagläden.

Straßenfassade: Im Erdgeschoß (EG) eine Fensteröffnung. Über Eck gestellter Erker mit abschließendem vorkragenden Ziegeldach.

Seitenansicht (Eingang): einachsig; originale Eingangstür (Holz mit Glasfenster) mit dreistufigem Anlauf unter abgeschlepptem Vordach. Im Mansardgeschoss zweiachsige Schleppgaube mit Sprossenfenstern; darüber nachträgliches Dachflächenfenster.

Rückseite: dreiachsig, mit linksseitigen Balkonen auf durchgehend neuem Stützensystem mit Holzbrüstungen. Dachterrasse vor dem DG nicht original. Fenster und Türen sind als Ganzglasscheiben erneuert. Reste der originalen Metallgittereinfriedung zurückversetzt.

Innen original: Keller mit Betondecke und Holztreppe. Treppenhaus: Holztreppe mit einfachem Stabgeländer. Grundrisse in allen Geschossen weitgehend erhalten, nachträglich einzelne Wohnungen abgetrennt. Im Eingangsbereich ursprünglich Bodenfliesen, in den Geschossen größtenteils Dielenböden, abgedeckt. Zimmertüren mit Messingklinken weitgehend erhalten. Spitzboden zu Wohnzwecken ausgebaut.

Vorgartenzone und rückwärtiger Garten sind Teil des Denkmals, nicht die rückwärtigen Garagenbauten.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort entwickelte sich auch durch den Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln mit Eisen- und Straßenbahnlinien. Der Bergisch-Gladbacher Straße kam dabei als Ost-West-Verbindung besondere Bedeutung zu. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entstanden um diese Zeit viele Wohngebäude von finanziell starken "Stadtflüchtlingen". Diese Entwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, ging aber ab 1920 nahtlos weiter. Es entstanden mit geschlossenen Villenvierteln (z. B. Thielenbruch) auch viele Einzelbauten, die auf vorhandenen Restgrundstücken entlang wichtiger Verkehrswege wie der Strundener Straße erbaut wurden. Sie spiegeln noch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit und veranschaulichen das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen in städtischer Randlage.

Die Strundener Straße verläuft auf der Flußterrasse nördlich des Strunderbaches, der bei Herrenstrunden am Westrand der Bergischen Höhen entspringt. An seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf befanden sich ehemals mindestens 51 Mühlen (seit dem 14. Jh. belegt), denen auch die Ortschaft Strunden ihre Existenz verdankte. Zu den Mühlen gehörten oftmals Herrenhäuser wie Haus Thurn oder Isenburg - ehemalige Wasserburgen, deren Gräben vom Bach gespeist wurden. Das 1914 errichtete Doppelhaus Strundener Straße 162-164 gehört zu einer Reihe repräsentativer, mit unterschiedlichen Stilelementen gestalteten Gebäuden auf beiden Straßenseiten. Es ist ein typisches Beispiel für den Heimatstil durch die Verwendung von Putz und Bruchsteinmaterial, Schlagläden und die Dachform, die hier durch ihre Dopplung besondere Signifikanz erlangt. Als eines der wenigen erhaltenen, qualitätvollen Beispiele dieser Epoche in der Strundener Straße kommt ihm besondere Bedeutung zu. Das Haus ist somit bezüglich seiner architektonischen Gestaltung bedeutsam, als auch als Beispiel für die etappenweise Besiedlung der Kölner Vororte, die sich in der Strundener Straße besonders eindrucksvoll ablesen läßt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0