Wohnhaus

Eburonenstraße 4 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7886
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eburonenstraße 4, 50678 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.06.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1908; Fasssade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit Zwerchhaus (Schweifgiebel) und 2 seitlichen Gauben (in der Substanz original, neu verkleidet); 3 Achsen (Eingang rechts/Kellerzugang links neben dem Eingang); Putzfassade mit Stuckgliederung des späten Jugendstil (flächig angelegte Stuckgliederung; aufgeputzte Quaderstruktur als Rustika-Imitat im EG/1.OG; portalartige Eingangsfassung mit separater Verdachung; asymmetrische Fassadenkomposition); Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Mittelerker mit Balkon (originales Metallgeländer); Eingangstür und Fenster erneuert (großflächige Holzfenster; Fensteröffnungen wegen abgehängter Decken verkleinert); Kellerfenstervergitterungen original.

Rückfront: komplett nachträglich neu verputzt; 4 Achsen; Mitte rechts neue Balkone; Fenstertüren/Fenster (außer Treppenhausfenster: 1.- 3.OG Metall, 4.OG Holz) erneuert (großflächige Holzfenster ohne Unterteilung; Ausnahme: 1.OG links); Kellertür (Feuerschutztür)/Hoftür erneuert; 2 erneuerte Dachgauben.

Innen original: Vorflur: Bodenfliesen; seitlich 2 Holzhandläufe mit Metallhalterungen; vertikale Wandgliederung durch aufgeputzte Wandvorlagen/Gurtbögen mit kleinformatigen Stukkaturen im unteren Bereich der Wandfelder; profilierter Durchgang zum Treppenhaus; Treppenhaus: Bodenfliesen im EG; Terrazzotreppe; Metallgeländer; Holzhandlauf; Wohnungen: Bodenfliesen im 3.OG (blau-grau mit geometrischem Muster).

Veränderungen: Wohnungs- und Zimmertüren erneuert; Decken abgehängt.

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Eburonenstraße als einer der sternförmig auf den Platz am Römerpark zulaufenden Straßen stadtbildprägende Bedeutung zu, denn die Stübbensche Planung arbeitet immer wieder mit solchen platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen. Als Verbindungsstraße zwischen dem Römerpark und dem Maternuskirchplatz ist die Eburonenstraße eine wichtige, beide Plätze verbindende Blickachse.

Die südliche Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel"), die durch repräsentative Bauten geprägt sind. So ist auch das o.g. Objekt durch eine auffällige, aufgeputzte Quaderstruktur im EG und 1.OG und eine Biberschwanzverdachung oberhalb des EG und in der Portalzone charakterisiert. Der dreiseitig in den Strassenraum vorkragende Erker und das hohe Zwerchhaus mit weit ausschwingendem Giebel sind weitere prägende Merkmale dieser repräsentativ angelegten Bebauung.

Als integralem Bestandteil der neustädtischen Bebauung, die im Verlauf der Eburonenstraße durch starke Kriegszerstörungen in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0