Wohnhaus
Kuenstraße 40 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7891 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kuenstraße 40, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.06.1996 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1905, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem Treppenhausvorbau.
Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansarddach, 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Klassizismus, Mittelerker auf trapezförmiger Grundfläche mit abschließendem Balkon, Ziergiebel in der Mittelachse, Eingang rechts mit geradem oberen Abschluß, Haustür original mit Oberlicht, Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Holz, zweigeteilt mit Oberlicht).
Rückseite: Backstein, Traufgesims, Erdgeschoß verputzt, zweiachsig, Hoftür, Holz, verglast, original, Fenster mit flach segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert (Holz).
Im Inneren original erhalten: Vestibül: Terrazzoboden mit Bordure und Mittelbetonung, Deckenstuck, Treppenhaus: im Erdgeschoß Terrazzoboden mit Bordure, Deckenstuck, Holztreppe, Antrittspfosten, Stäbe und Handlauf in Holz, Podeste mit Holzdielen belegt, Wohnungseingangstüren original.
Die rückwärtige Einfriedungsmauer in Backstein ist Bestandteil des Denkmals.
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits ab 1800 nachweisbar; diese Entwicklung setzte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Die Neusser Straße gewann durch die neuen Fabrikstandorte und die zunächst in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich konzentrierende Wohnbebauung an Bedeutung für den sich ausweitenden Vorort.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße (um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und die Lutherkirche). Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und Florastraße die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus. Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.
Die Kuenstraße, eine Querverbindung zwischen Niehler- und Neusser Straße, gehört zu den stadtnahen Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Sie ist Teil des in den Jahren um die Jahrhundertwende (1895-1904) erschlossenen rasterähnlichen, in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossenen und bebauten Straßennetzes Schenkendorf-, Auer-, Gellert- und Eichstraße, wurde 1896 angelegt und bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts bebaut. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das genannte Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden Nrn. 7-29, 20/22 und 26-38 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet und innerhalb des Ensembles unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge verschiedener Stilrichtungen mit Mittelbetonung durch Ziergiebel und Erker. Das im Kreuzungsbereich zur Niehler Straße gelegene Gebäude Kuenstraße 40 veranschaulicht mit den sich anschließenden, gleich gestalteten Nachbargebäuden (Nrn. 36/38) das ursprüngliche Erscheinungsbild des drei- bis vierachsigen und dreigeschossigen Wohngebäudes. Während die Nachbarbauten über rückwärtige Seitenflügel mit Hofwohnungen verfügen, zeigt das Gebäude Nr. 40, bedingt durch die angrenzende Lage zur Eckbereichsbebauung, keine Anbauten im Hof. Das Gebäude zeigt eine aufwendige Dekoration der Fassade (Schmuckformen: Erdgeschoß: Horizontalfugenschnitt, waagrechte und konsolgetragene Fensterverdachungen, Stockwerkgesims/durchlaufende Sohlbank, Konsolgesims als Erkerabschluß, profiliertes Traufgesims, Ziergiebel mit trapezförmigem Abschluß sowie bekrönendem Aufsatz und Dreieckgiebel). Der Bautyp wiederholt sich in den umstehenden Wohnhäusern in geringen Variationen, wodurch die städtebauliche Bedeutung des Einzelhauses innerhalb des Ensembles besonders deutlich hervortritt.
Die weitgehende Erhaltung großer Teile des Originalzustands der straßenseitigen und rückwärtigen Fassade, des Eingangsbereiches und des Treppenhauses deutet auf eine repräsentationsbewußte Bauherren- und Bewohnerschaft. Das Gebäude Kuenstraße 40 ist ein bedeutendes Dokument der Nippeser Stadtarchitektur und als Baudenkmal unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0