Wohnhaus

Stammstraße 29 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7895
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stammstraße 29, 50823 Köln
Baujahr1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.06.1996
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1893; Vorderhaus auf längsrechteckigem Grundriß mit langgestrecktem Seitenflügel und eingeschossigem Hofanbau.

Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (drei erneuerte Gauben); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von neugotischen und neo-klassizistischen Elementen (Lagerfugen im EG/aufgeputzte Quaderstruktur in den Obergeschossen; ornamentierte Fensterbrüstungen; profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen; Traufgesims mit Dreipaßornament); Fenster erneuert (Kunststoff), Eingangstür original mit Oberlicht.

Rückfront: backsteinsichtig (EG weiß gefaßt); dreigeschossiger Seitenflügel, daran anschließend eingeschossiger Anbau (Erweiteung der EG-Wohnung des Seitenflügels); segmentbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster erneuert (Kunststoff).

Innen original: hölzerne Treppenanlage (Geländer mit originalen Stäben im EG, gedrechselten Stäben ab dem 1.OG); teilweise Türgewände der Zimmertüren.

Veränderungen: erneuerte Fußbodenfliesen im Treppenhaus EG (darunter alte Schmuckfliesen); Holztreppe mit PVC beklebt; Wohnungs- und Zimmertüren erneuert.

Bestandteile des Denkmals ist auch die hofseitige Begrenzungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und der Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird dann u.a. die Stammstraße als Querverbindung parallel zur Venloer und Subbelrather Straße angelegt.

Bei dem o.g. Objekt handelt es sich um ein typisches Beispiel des weite Teile Ehrenfelds prägenden Dreifensterhauses. Das Dreifensterhaus ist immer Teil einer geschlossenen Bebauung, und war anfänglich oft zweigeschossig.

Mit der voranschreitenden Industrialisierung, der auch Ehrenfeld seine Expansion verdankt, wurde mehr und mehr Wohnraum für die anwachsende Zahl der Industriearbeiter benötigt, was zu einer immer intensiveren Grundstücksausnutzung durch die Höherzonierung der Bauten (3-4 Geschosse) und den Anbau von Seitenflügeln führte. Das Gebäude in der Stammstraße (das ähnlich beschaffen ist wie das Nachbarhaus Nr. 31) belegt diesen historischen Bautyp und die damalige Wohnform anschaulich. Städtebaulich bedeutsam ist das Haus, da es gemeinsam mit den Häusern Nr. 31, 37 und 32-34 ein relativ geschlossenes Ensemble gründerzeitlicher Bauten bildet und die originalen Maßstäblichkeit dieses Wohnumfelds ehemals einfacherer Bürgerschichten veranschaulicht und so ein unverzichtbares bauliches Dokument der Erstbebauung Ehrenfelds ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0