Wohnhaus

Heinestraße 34 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7976
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Heinestraße 34, 50931 Köln
Baujahrum 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.09.1996
Stadtteil Lindenthal

Erbaut um 1903; dreigeschossiges Eckhaus zur Gleueler Straße auf unregelmäßigem Grundriß; Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung des Jugendstil (aufgeputzte Fachwerkimitation im 2.OG, variierende Fensterformen mit abgemauerten Stichbögen, asymmetrische Fassadenkomposition); Kellersockel mit profilierten Lagerfugen; Fenster (großflächige Holzfenster mit Oberlichtern) und Eingangstür (Holz, mit seitlichen Briefkästen) erneuert.

Ansicht Gleueler Straße: einachsig; stichbogenförmig abgemauerte Fensteröffnung im 1.OG; Erker im 2.OG (stuckierte Brüstungsfelder entfernt, Träger erneuert); seitlich rechts zweigeschossiger Erker (zur Heinestraße orientiert).

Ansicht Heinestraße: 4 Achsen (Eingang Mitte links); mehrfach verspringende Fassade; links zweigeschossiger Erker auf fein gearbeiteten Konsolen (Holzbalkenimitation); Erkerstuck unterhalb der Sohlbank im 2.OG entfernt; Abmauerungen und gemauerte Sohlbank im 1.OG entfernt bzw. übergeputzt; Fassadenrhythmisierung durch dreiachsigen Risalit (rechts neben dem Eingang).

Seitenfront: rechts vorgestuft (unterschiedlich profilierte Fensterrahmungen); aufgeputzte Sonnenuhr im 1.OG links; im EG an der Ecke zur Straßenfront Stützpfeiler mit aufgeputzter Quaderstruktur.

Rückfront: 2 Achsen; EG mit Terrasse (auf Pfeilern, seitliche Mauer zum Nachbarhaus); Kellertür original.

Innen original: weitgehend Grundrisse; Terrazzotreppe (Löcher der alten Geländerstäbe noch erkennbar); EG: Terrazzoboden in Küche und Bad.

Veränderungen: nach starken Kriegszerstörungen 1954/55 wiederaufgebaut; Metallgeländer und Holzhandlauf erneuert; Wohnungs- und Zimmertüren erneuert; kein Stuck erhalten; DG teilweise ausgebaut (an der Gleueler Straße Speicher, an der Heinestraße Wohnung); Zimmer an der Gleueler Straße zu Appartement umgenutzt, Duschen/WCs separiert (vom Treppenhaus zugänglich).

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Metalleinfriedung (seitliches Tor fehlt). Nicht Bestandteil des Denkmals sind die rückwärtig nachträglich errichteten Garagen.

Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für die Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte.

Zwischen Gleueler und Kerpener Straße verlaufend, gehört die Heinestraße zu einem Bereich zwischen Zülpicher und Dürener Straße, in dem die Ausbauphase um 1900 einsetzt und bis in die 20er Jahre anhält. In unmittelbarer Nähe der Universitätsklinik entstand eine Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern und Villen, die durch Vorgärten und rückwärtige Gärten, Parks und Straßenbepflanzung aufgelockert ist.

Das o.g., kurz nach der Jahrhundertwende errichtete Gebäude ist ein Dokument der Erstbebauung an der Heinestraße, die in diesem Fall stilistisch durch einen vom Jugendstil beeinflußten Gestaltungswillen und die Betonung der verwinkelten Kubatur charakterisiert ist. Der Baukörper wird dabei bewußt auf die vom Grundstück her schwierig auszunutzende Ecklage bezogen. Die abgewinkelte Stellung des Gebäudes entlang der Heinestraße zeigt eine Zweiteilung des Gebäudes: der rechte Teil - durch einen Mittelrisalit akzentuiert - orientiert sich vollständig zur Heinestraße, während das durch unterschiedlich ausgerichtete Erker gestaltete Eckteil eine doppelte Ausrichtung erfährt und so eine besondere, straßenbildprägende Wirkung entfaltet.

Als Zeugnis der historischen Entwicklung des im Krieg erheblich zerstörten Stadtteils Lindenthal und als bauliches Dokument der architekturhistorischen Entwicklung in der Zeit unmittelbar nach der Jahrhundertwende ist das o.g. Objekt unverzichtbar für das Verständnis der Lindenthaler Stadtteilgeschichte und daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0