Wohn- u. Geschäftshaus
Eburonenstraße 5 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8000 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Eburonenstraße 5, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1905; Fasssade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Zwerchhaus (nach Kriegsschaden verändert wiederaufgebaut) und zwei seitliche Gauben; 3 Achsen (Eingang rechts, Zugang zum Ladenlokal links daneben); Putzfassade mit Stuckgliederung des späten Jugendstil (flächig angelegte geometrische Stuckgliederung: aufgeputzte Wandspiegel im EG; geometrisch ornamentierte Wandfelder im 1./3.OG; stark stilisierte Kolossalordnung im 2./3.OG; Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Mittelerker (seitlich durch aufgeputzte Quaderstruktur gerahmt); Türen erneuert; Fenster teilweise als Kreuzstockfenster in Holz erneuert, teilweise original mit Beschlägen: 1.OG Mitte, 2.OG Mitte und rechts; 3.OG links und rechts.
Rückfront: verputzt; 2 : 3 Achsen; 3 Gauben; Dachaufbau im Eckbereich Vorderhaus/Seitenflügel; Vorderhaus: Treppenhausfenster (links) weitgehend original (teilweise ergänzt); Fenster der rechten Achse im 1./2.OG original (Schlagleiste und Kämpfer profiliert); Hoftür erneuert; Seitenflügel: komplett originale Fenster im 1.OG; sonst erneuert (im EG links in Kunststoff mit Oberlicht).
Innen original: Treppenhaus: Terrazzoboden und -treppe.
Veränderungen: Metallgeländer mit Mipolam-Handlauf aus der Nachkriegszeit; alle Wohnungs- und Zimmertüren erneuert (Meranti); Decken teilweise abgehängt (Zustand der darunterliegenden Stukkaturen unbekannt); Grundriß im 1.OG verändert (Aufteilung in 2 Wohneinheiten).
Bestandteil des Denkmals ist auch die zweischenklige Hofmauer.
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Eburonenstraße als einer der sternförmig auf den Platz am Römerpark zulaufenden Straßen stadtbildprägende Bedeutung zu, denn die Stübbensche Planung arbeitet immer wieder mit solchen platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen. Als Verbindungsstraße zwischen dem Römerpark und dem Maternuskirchplatz ist die Eburonenstraße eine wichtige, beide Plätze verbindende Blickachse.
Das o.g. Objekt ist durch eine betont flächige Fassadengestaltung gekennzeichnet, deren Qualität in der konsequenten Stilisierung zeittypischer Gliederungselemente, wie Kolossalpilaster, Beschlagwerk, ornamentierte Fensterbrüstungen u. dergl. liegt. Hierin spiegelt sich ein Wandel innerhalb des Gestaltungswillens der Bauherren und Architekten im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, der sich im Verlauf der Eburonenstraße, ausgehend vom sogenannten "Eierplätzchen" (am Römerpark gelegen) hin zum Maternuskirchplatz, deutlich ablesen läßt. Sind die Bauten Eburonenstr. 2 und 3 noch deutlich einem repräsentativ angelegten Jugendstil mit aufwendigen Stukkaturen und unterschiedlichsten Fensterformen verpflichtet, so weichen bereits die anschließenden Bauten - Eburonenstr. 4 und 5 - in der Fassadengestaltung wesentlich von den Jugendstilbauten ab. Die Gliederungselemente werden reduziert und stilisiert, die Kubatur betont. Der weitere Wandel hin zu einer neuen klassizistischen Strenge zeigt sich dann abschließend an der Eburonenstr. 8 und noch deutlicher am Gebäude Eburonenstr. 10-12.
Als integraler Bestandteil der Neustädtischen Bebauung, die in diesem besonderen Fall einem ständigen architekturhistorischem Wandel unterworfenen war, ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur, die im Verlauf der Eburonenstraße aufgrund starker Kriegszerstörungen nur noch teilweise erhalten blieb. Das Gebäude Eburonenstr. 5 veranschaulicht die ursprünglichen städtebaulichen und architekturhisorischen Zusammenhänge, macht sie auch heute noch erlebbar und ist daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0