Wohnhaus
Holweider Straße 104 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8004 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Holweider Straße 104, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1896 erbaut, viergeschossiges, traufenständiges Vorderhaus mit hofseitigem, dreigeschossigem Flügelbau.
Straßenfassade: 3 achsige Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance (im EG umgestaltet), Hauseingang in linker Achse, originale Haustür (moderne Strukturglasscheibe und neues Oberlicht), EG-Fenster erneuert, segmentbogige OG-Fensteröffnungen mit Stuckrahmung (Fenster erneuert), 1. OG mit betontem Brüstungsfeld (Rauhputzfläche und Baluster) und floraler Schmuckform über dem mittleren Fenster, 1. und 3. OG mit Sohlbankgesims, Konsolgesims an der Traufe.
Rückseite: einachsige Backsteinfassade, originales Treppenhaus-Fenster im 3. OG (ansonsten alle Fenster erneuert).
Flügelbau: Backsteinfassade mit Traufgesims aus Backstein (alle Fenster erneuert, 2 moderne Feuerleitern).
Innen original: Kappendecke des Kellers aus Backsteinen mit Eisenträgern, Boden und Wände des Kellers ebenfalls aus Backstein, hölzerne Kellertreppe; bunte Bodenfliesen im EGFlur (ausgebessert), hölzerne Haustreppe (Stufen aufgefüttert) mit Antrittspfosten, gedrechselten Geländerstäben und Handlauf; 3 Türen mit Füllungen und zugehörigen Türblenden im 3. OG des Vorderhauses; Dachwerk.
Ein eingeschossiger Anbau an den Flügelbau (erbaut in den 40er Jahren) ist nicht Teil des Denkmals.
Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim, die erst 1914 nach Köln eingemeindet wurde, rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte in der unmittelbaren Umgebung der Fabriken rasch zur Bebauung mit Wohnhäusern. Im Bereich südlich des Carlswerkes entstanden an den ehemaligen Landstraßen Bergisch-Gladbacher und Holweider Straße schlichte viergeschossige Mietstockwerkbauten für Bewohner unterer Einkommensschichten. An der Holweider Straße ist mit den Häusern Nr. 104-106 und dem um 1896 errichteten Bauten 118-120 und 124-130 ein Ensemble erhalten, das diese gründerzeitliche Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße mit sparsam stuckdekorierten Fassaden dokumentiert.
Das o.g. Objekt ist als ältester Teil dieser historischen Häuserzeile ein wichtiges sozial- und ortsgeschichtliches Zeugnis. Die Gliederung entspricht dem vermutlich gleichzeitig errichteten Nachbarhauses Nr. 106. Beide Bauten waren von 1896 im Besitz des Schankwirts Opladen. Die unmittelbare Nähe zum Carlswerk (auf der anderen Straßenseite) verdeutlicht die ehemalige Nutzung des Hauses durch Industriearbeiter, so werden v. a. Tagelöhner als Mieter genannt. Es besteht ein Kontrast zum wesentlich aufwendiger gestalteten Nachbarhaus Holweiderstr. 100-102, das etwas jünger ist (nach 1896) Aus den o. g. Gründen ist das Haus Holweiderstr. 104 unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0