Wohnhaus
Holweider Straße 106 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8005 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Holweider Straße 106, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1895 erbaut, 4 geschossiges Vorderhaus mit Flügelbau.
Straßenfassade: 3 achsige Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance (im EG moderne Fliesenverblendung), Hauseingang in rechter Achse (Haustür erneuert und modernes EG-Fenster), rechteckige Fensteröffnungen mit Stuckrahmungen, im 1. und 2. OG mit Sohlbankgesims und Fensterbekrönung (Fenster erneuert), Konsoldachgesims.
Rückseite: einachsig, Backsteingesims an der Traufe (Fassade neu verputzt, Hoftür und Fenster erneuert).
Flügelbau: viergeschossig, rechtwinklig ansetzendes Treppenhaus mit 1 originalen Fenster im 3. OG (moderne Strukturglasscheibe) und leicht abknickendem Flügel (Fenster erneuert und in Obergeschossen verkleinert), beide Bauteile neu verputzt.
Innen original: Betonkappendecke im Keller, Holztreppe (Stufen neu belegt) bis zum Dachboden, mit Antrittspfosten, gedrechselten Geländerstäben und Handlauf, Dachwerk.
Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossige Anbau an den Flügelbau.
Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim, die erst 1914 nach Köln eingemeindet wurde, rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte in der unmittelbaren Umgebung der Fabriken rasch zur Bebauung mit Wohnhäusern. Im Bereich südlich des Carlswerkes entstanden an den ehemaligen Landstraßen Bergisch-Gladbacher und Holweider Straße schlichte viergeschossige Mietstockwerkbauten für Bewohner unterer Einkommensschichten. An der Holweider Straße ist mit den Häusern Nr. 104-106 und den um 1896 errichteten Bauten 118-120 und 124-130 ein Ensemble erhalten, das diese gründerzeitliche Erstbebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße mit sparsam stuckdekorierten Fassaden dokumentiert.
Das o.g. Objekt, dessen Gliederung dem des vermutlich gleichzeitig errichteten Nachbarhauses Nr. 104 entspricht, ist als ältester Teil dieser historischen Häuserzeile ein wichtiges sozial- und ortsgeschichtliches Zeugnis. Die ehemalige Nutzung durch Industriearbeiter (als Mieter werden v. a. Tagelöhner erwähnt) wird durch die unmittelbare Nähe zum Carlswerk (auf der gegenüberliegenden Straßenseite) verdeutlicht. Aus den o.g. Gründen ist das Haus Holweiderstr. 106 trotz seiner beeinträchtigten äußeren Gestalt unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0