Wohnhaus

Petersbergstraße 13 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8016
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Petersbergstraße 13, 50939 Köln
Baujahrum 1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.11.1996
Stadtteil Klettenberg

Erbaut um 1907; Vorderhaus mit langgestrecktem Seitenflügel; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (2 seitliche, in der Substanz originale Gauben); 3 Achsen (Eingang rechts); Rauhputzfassade mit Stuckgliederung des späten Jugendstil (flächig angelegte Fassadengestaltung in Form von ornamentierten Friesbändern im EG und 2.OG, profilierte Fensterrahmungen); Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Standerker mit Balkon und hoch aufragenden Fachwerkgiebel; Eingangstür und Fenster (Einscheibenfenster) erneuert.

Rückfront: 2 : 4 Achsen; stichbogenförmige Fensteröffnungen (außer Seitenflügel-Stirnwand EG); Vorderhaus und Stirnwand Seitenflügel (zweiachsig) mit Balkonen im 1./2.OG; je eine Gaube an Vorderhaus und Seitenflügel (Dachschräge/Flachdach).

Innen original: weitgehend Grundrisse (nur leicht verändert).

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten.

Noch um die Mitte des 19.Jahrhunderts war das Landschaftsbild in Sülz-Klettenberg durch Ziegeleien, Sand- und Kiesgruben bestimmt und geprägt. Die eigentliche Vorortentwicklung setzt kurz nach 1845 ein, als der Kölner Bauunternehmer Heinrich Wagner vom Rinkenpfuhl erste Straßen anlegen ließ. Außer der zunächst industriellen Nutzung des Bodens entwikkelte sich Sülz-Klettenberg gegen Ende des 19.Jahrhunderts zu einem beliebten Ausflugsort. Nach der Eingemeindung 1888 wurde der Kölner Stadtrand ab 1894 durch Pferdebahnlinien vom Innenstadtbereich aus erschlossen. Anfang 1898 fuhr dann die Vorgebirgsbahn der Köln-Bonner Eisenbahn ("Feuriger Elias").

Wesentlich für die Stadtteilentwicklung Klettenbergs ist, daß es sich hier um einen von Baugesellschaften geprägten Ausbau eines gesamten Vorortes handelt. Als ein wesentlicher Einfluß auf die stadträumliche Gestaltung ist hier die von England kommende und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung zu nennen.

Der Entwurf für die Bebauungsstruktur wurde 1901 vom Stadtbaurat Steuernagel vorgelegt und ein Jahr später festgestellt. Der heute noch gültige, sogenannte "Fluchtlinienplan Siebengebirgsallee Bezirk Lindenthal, betreffend das Gelände zwischen Gottesweg - Luxemburger Straße - Guilleaumestraße - und Eisenbahn" dokumentiert diese Planung. Hierin ist bereits die Anlage des Straßennetztes ausgewiesen. Die gründerzeitliche Bebauung bildet dabei das bauliche Rückgrat des Stadtteils und wirkt maßstabsbildend. An bevorzugten Straßenräumen der Siebengebirgsallee und der Petersbergstraße wurden die erste Bauten errichtet, die dort in besonderem Maße als konstitutiver Bestandteil der Stadtgestalt wirken. Typisch für die Bebauung sind die in die Vorgartenzone vorspringenden risalitartigen Standerker und die hohen Giebelaufbauten.

Im stadtnahen Teil Klettenbergs besteht die Bebauung aus Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Petersbergstraße verläuft parallel zur Luxemburger Straße und verbindet den städtischen Bereich mit der Bebauung am Klettenbergpark.

Das um 1907 erbaute, dreigeschossige Mietstockwerkgebäude ist ein typisches Beispiel des beginnenden, noch leicht historisierenden Jugendstils im Vorortbereich. Die dreiachsige Stuckfassade wird auch hier durch einen Mittelerker, über dem sich im DG ein markant gestalteter Fachwerkgiebel erhebt, plastisch akzentuiert.

Städtebaulich betrachtet ist das Gebäude Teil des Ensembles der Petersbergstraße, die von Norden nach Süden fortschreitend bebaut wurde und deshalb eine Reihe hervorragender Bauwerke aus der Zeit von 1905 bis 1918 umfaßt. Als integraler Bestandteil dieser Bebauung ist das o. g. Gebäude unverzichtbar für das Verständnis der städtebaulichen Zusammenhänge und als ein herausragendes Beispiel qualitätvoller, historischer Wohnkultur der späten Gründerzeit unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0