Wohnhaus
Petersbergstraße 15 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8017 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Petersbergstraße 15, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Erbaut um 1907; Vorderhaus mit langgestrecktem Seitenflügel; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit Drempel (mittiges Zwerchhaus, seitlich originale Dachhäuschen); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung des späten Jugendstil (flächig angelegte Fassadengestaltung, stilisierte Kolossalordnung, rustiziertes EG, unterschiedliche Fensterformen, Asymmetrie); Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Standerker mit Balkon und hoch aufragendes Zwerchhaus mit Schweifgiebel; Eingangstür original; Fenster erneuert.
Rückfronten: backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Vorderhaus: 3 Achsen; links Balkone (saniert) mit originalen Metallgeländern; Fenster erneuert (großflächige Kunststoffenster mit Oberlichtern); Seitenflügel: 4 Achsen; rechts Balkone im 1./2.OG (originale Metallgeländer); Fenster erneuert (großflächige Holzfenster mit Oberlichtern); 3 in der Substanz originale Gauben.
Innen original: Vorflur: geometrisch ornamentierter Bodenbelag; gelblich glasierte Wandfliesen mit schwarzer Bordüre; Treppenhaus: Terrazzobelag; sternförmiges Bodenornament im EG (vor der Eingangstür der straßenseitigen Wohnung); Terrazzotreppe; hölzernes Treppengeländer mit profiliertem Antrittspfosten, Zwischenpfosten, gedrehten Geländerstäben und Handlauf; gelblich glasierte Wandfliesen mit schwarzer Bordüre; Speichertreppe; Wohnungstüren: EG vorn (EG rückwärtig erneuert), eine im 1.OG (eine erneuert), beide im 2.OG/DG, Speichertür; Wohnungen: Grundrisse; Zimmertüren; nachträglich eingebaute Wendeltreppe im Seitenflügel zwischen EG und 1.OG.
Betandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung und die noch vorhandenen Teile der Hofmauer (im Innenhof nachträglich eternitverkleidet, mit Pfeilern und Krone; rückwärtige Backsteinmauer, gestrichen, mit Vorlagen). Der eingeschossige Schuppen an der Stirnwand des Seitenflügels ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Noch um die Mitte des 19.Jahrhunderts war das Landschaftsbild in Sülz-Klettenberg durch Ziegeleien, Sand- und Kiesgruben bestimmt und geprägt. Die eigentliche Vorortentwicklung setzt kurz nach 1845 ein, als der Kölner Bauunternehmer Heinrich Wagner vom Rinkenpfuhl erste Straßen anlegen ließ. Außer der zunächst industriellen Nutzung des Bodens entwikkelte sich Sülz-Klettenberg gegen Ende des 19.Jahrhunderts zu einem beliebten Ausflugsort. Nach der Eingemeindung 1888 wurde der Kölner Stadtrand ab 1894 durch Pferdebahnlinien vom Innenstadtbereich aus erschlossen. Anfang 1898 fuhr dann die Vorgebirgsbahn der Köln-Bonner Eisenbahn ("Feuriger Elias").
Wesentlich für die Stadtteilentwicklung Klettenbergs ist, daß es sich hier um einen von Baugesellschaften geprägten Ausbau eines gesamten Vorortes handelt. Als ein wesentlicher Einfluß auf die stadträumliche Gestaltung ist hier die von England kommende und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung zu nennen.
Der Entwurf für die Bebauungsstruktur wurde 1901 vom Stadtbaurat Steuernagel vorgelegt und ein Jahr später festgestellt. Der heute noch gültige, sogenannte "Fluchtlinienplan Siebengebirgsallee Bezirk Lindenthal, betreffend das Gelände zwischen Gottesweg - Luxemburger Straße - Guilleaumestraße - und Eisenbahn" dokumentiert diese Planung. Hierin ist bereits die Anlage des Straßennetztes ausgewiesen. Die gründerzeitliche Bebauung bildet dabei das bauliche Rückgrat des Stadtteils und wirkt maßstabsbildend. An bevorzugten Straßenräumen der Siebengebirgsallee und der Petersbergstraße wurden die erste Bauten errichtet, die dort in besonderem Maße als konstitutiver Bestandteil der Stadtgestalt wirken. Typisch für die Bebauung sind die in die Vorgartenzone vorspringenden risalitartigen Standerker und die hohen Giebelaufbauten.
Im stadtnahen Teil Klettenbergs besteht die Bebauung aus Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Petersbergstraße verläuft parallel zur Luxemburger Straße und verbindet den städtischen Bereich mit der Bebauung am Klettenbergpark.
Das um 1907 erbaute, dreigeschossige Mietstockwerkgebäude ist ein besonders ausgewogenes und beeindruckendes Beispiel des beginnenden, noch leicht historisierenden Jugendstils im Vorortbereich. Die dreiachsige Stuckfassade wird auch hier durch einen Mittelerker, über dem sich im DG ein sehr hoher verzierter Dachaufbau mit Schweifgiebel erhebt, plastisch akzentuiert. Mit der originalen Haustür, den qualitätvollen Stukkaturen und der originalen Einfriedung ist ein außerordentlich guter Erhaltungszustand festzustellen.
Städtebaulich betrachtet ist das Gebäude Teil des Ensembles der Petersbergstraße, die von Norden nach Süden fortschreitend bebaut wurde und deshalb eine Reihe hervorragender Bauwerke aus der Zeit von 1905 bis 1918 umfaßt. Als integraler Bestandteil dieser Bebauung ist das o. g. Gebäude unverzichtbar für das Verständnis der städtebaulichen Zusammenhänge und als ein herausragendes Beispiel qualitätvoller, historischer Wohnkultur der späten Gründerzeit unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0