Wohn- u. Geschäftshaus
Hittorfstraße 4 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8108 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hittorfstraße 4, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1996 |
| Stadtteil | Riehl |
Erbaut um 1900, Vorderhaus mit rückwärtigem, seitlichem Treppenhausflügel.
Fassade: 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 4 Achsen, Satteldach (3 Gauben), traufständig. Zweifarbige Backsteinfassade, Brüstungsfelder im 1. und 2. OG mit Formsteinen, den Eindruck durchbrochener Maßwerkgliederung nachahmend, stark betontes Traufgesims. EG ganz verändert (neu verklinkert, Schaufenster und Haus- bzw. Ladentür eloxiertes Alu), im 1. und 2. OG Stichbogenfenster (Kunststofffenster, falsche Unterteilung).
Rückseite: 2 Achsen und seitlicher Treppenhausflügel, verputzt, hochrechteckige Fensteröffnungen (Kunststofffenster), breite blechverkleidete Gaube im Dach, Hoftür erneuert.
Innen original: Terrazzofußboden mit schwarzer Rahmung, Holztreppe (nach Kriegsschäden Trittflächen verkleidet), gedrechseltes Geländer, Holzhandlauf. Wohnungs- und Zimmertüren erneuert und verkleinert. Ungewöhnlich hoher Keller (ca. 3 m), Backstein gestrichen (Kellerzugang verändert, neue Betontreppe).
Bestandteile des Denkmals sind auch die rückwärtigen Einfriedungsmauern aus verputztem Backstein. Nicht zum Denkmal gehörig sind dagegen die verschiedenen eingeschossigen Anbauten auf dem Hof.
Das mittelalterliche Dorf Riehl, das erst 972 erstmals bezeugt ist, wurde 1474 im burgundischen Krieg vernichtet. Die danach neu entstandene lockere Hofbebauung fiel Ende des 18. Jh. mehrmals den Eisfluten des Rheins zum Opfer, wodurch Riehl bis über die Mitte des 19. Jh. nur aus wenigen einzelnen, weit verstreuten Häusern bestand. Seit etwa 1850 war Riehl preußischer Militärstandort und wurde durch Anlage des Zoos (1860), der Flora (1864) und mehrerer Sommerwirtschaften zum beliebten Kölner Ausflugsziel. Seit 1874 erschloß der Bauunternehmer Steinbüchel weiter vom Rhein entfernt liegende Gebiete durch hochwasserfreie Straßen, an denen im Zuge der Eingemeindung Riehls zu Köln im Jahr 1888 im Bereich der nördlichen Stammheimer Straße die erste zusammenhängende Wohnbebauung entstand. Zunächst entstanden um 1890 die Häuser Stammheimer Straße 102-130, gegen Ende der 90er Jahre folgte die Bebauung der nördlich gelegenen Hittorfstr. (Nr. 2-8), erst um 1914 wurden die schräg gegenüberliegenden Häuser Hittorfstr. 3-7 errichtet.
Das Haus Hittorfstr. 4 bildet mit den benachbarten Häusern Nr. 2 und 8 ein guterhaltenes Ensemble der frühen gründerzeitlichen Bebauung Riehls. Im Gegensatz zu den an der Stammheimer Str. errichteten stuckierten Putzbauten, wurden hier kurze Zeit später in der Seitenstraße Bauten mit Backsteinfassaden errichtet, die durch die zweifarbige Gestaltung und durch seltene Formsteingliederungen geschmückt wurden.
Somit ist es unverzichtbares Beispiel für die Geschichte von Menschen und Siedlung in Riehl und ist ein wichtiger Vertreter der Backsteinbauten der Kölner Gründerzeit.
Darüber hinaus hat das Haus nahe der großen Straßenkreuzung wichtige stadtbildprägende Funktion und ist aus diesen genannten Gründen unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0