Wohn- u. Geschäftshaus

Merheimer Straße 151 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8063
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Merheimer Straße 151, 50733 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.03.1997
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1905, Eckhaus mit abgeschrägter Ecke, 3:1:6 Achsen, Hauptbau 3 geschossig mit Mansarddach, Anbau Wartburgstraße Souterrain und 3 Geschosse mit Satteldach (vermutlich Kriegszerstörungen); Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Neoklassizismus; niedrigere Hofbebauung.

Fassade Merheimer Str.: Laden im EG, dort Fenster teilweise erhalten (EG verfliest, matt überstrichen), Stuckspiegel für Ladenbeschriftung, im 1. und 2. OG je 4 hochrechteckige Fenster (alle Fenster der OG erneuert, Holz, dreiteilig) mit schlichten Stuckrahmen, Achsen und Ecken durch Stuckpilaster betont, über einer Reihe von Festons zwischen den Obergeschossen kräftiges verkröpftes Sohlbankgesims, 2 Dachgauben. Zur Kreuzung Wartburgstraße abgeschrägte Ecke, dort im EG Ladeneingang (erneuert), in den OG je ein Fenster, (Dachgaube).

Fassade Wartburgstr.: Hauptbau: 3 Achsen, klassizistische Stuckgliederungen der Fassade zur Merheimer Str. hier fortgesetzt, Hauseingang in rechter Achse (originale Holztür mit Oberlicht), eine Dachgaube. Anbau: 3 Achsen, Geschoßhöhen verschoben.

Hofseite: Backsteinsichtig, EG geschlämmt, 2:2 Achsen, (Hoftür erneuert, Fenster erneuert, Holz, ein Fenster im EG vergrößert). Niedrigere Hofbebauung auf Westseite des Hofes im Souterrain ursprünglich (spätere Aufstockungen).

Innen original: Deckenstuck im Vestibül, Treppe mit Kunststeinstufen und gedrechseltem Holzgeländer mit hölzernem Handlauf. (Alle Wohnungs- und Zimmertüren verkleinert erneuert.) Schlichte beige Wandfliesen mit blauer Bordüre im Souterrain einschließlich des rückwärtigen Anbaus (schlechter Zustand). Hölzerne Ladeneinbauten (Wandverkleidung mit Schränken und Spiegel) an Front zur Merheimer Straße.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str. wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".

Das o.g. Objekt ist Teil der Erstbebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich. Von besonderer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage an der Straßenkreuzung, die - analog zur gegenüberliegenden Nr. 153 - durch die zur Kreuzung abgeschrägte Ecke stark hervorgehoben wird. Aufgrund dieser Lage ist das Haus Blickfang für Passanten in beiden sich kreuzenden Straßen bis hin zur Kempener Straße. Die im Stil des Neoklassizismus zurückhaltende Fassadengestaltung setzt an dieser Stelle einen wichtigen Akzent. Der Anbau in der Wartburgstraße setzt die Fassadengestaltung fort. Im Souterrain des Anbaus befand sich ursprünglich die Backstube des Hauseigentümers, der vermutlich im Ladenlokal auf der Ecke eine Bäckerei, Konditorei und Kaffeewirtschaft unterhielt. 1908 wohnten 12 Parteien im Haus.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0