Wohnhaus
Wartburgstraße 16 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7332 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wartburgstraße 16, 50733 Köln |
| Baujahr | 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut: 1911; 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 2 Achsen, rechte Achse mit Wohnhauseingang durch leichten Baukörpervorsprung und geschwungenen Ziergiebel besonders betont; Putzfassade mit Backsteingliederung; Sockel und ein Teil des Erdgeschosses gestalterisch von den Obergeschossen abgesetzt: Fenster (in der Sockelzone und im EG verändert) teilweise original, Haustür erneuert. Rückseite verputzt, Loggia im EG (verändert), Balkon im OG, Fenster überwiegend original. Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige kleine Garten. Im Innern original: Im Eingangsbereich: Terrazzobodenbelag, Kellertür, Holztreppe mit hölzernem Geländer, Handlauf und Antrittspfosten, Wohnungsabschlußtüren; in der EG.-Wohnung: überwiegend originale Zimmertüren.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide wachsender Bevölkerung. Um den Wohnraumbedarf zu decken, wurde u.a. das Gebiet westlich der Neusser Straße weiter erschlossen und mit Wohnhäusern bebaut. Im Zuge dieser gründerzeitlichen Ortserweiterung wurde auch die Wartburgstraße als reine Wohnstraße angelegt, die westlich in den Wartburgplatz mündet.
Das schlicht gestaltete Wohnhaus, das eine abrupt endende Backsteinfläche und ein markant geformter Ziergiebel kennzeichnet, gehört zu einer ortsbildprägenden Bautengruppe (Wartburgplatz 1-13, teilweise verändert, 6,14 und Wartburgstr. 16), die nach Fertigstellung der Wohnhäuser an der Eisenachstr. um den Wartburgplatz 1911 entstanden ist. Die Gebäude wurden von der 1895 gegründeten Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft als Zweifamilienhäuser mit kleinem Garten (teils mit Vorgärten) für Arbeiter errichtet. Genossenschaftliche Bestrebung war, Arbeitern gute Wohnverhältnisse zu angemessenen Preisen zu bieten und ihnen den Wohnungskauf zu ermöglichen. Das Wohnhaus Wartburgstr. 16 mit einem ursprünglich der Selbstversorgung dienenden kleinem Garten dokumentiert als Teil eines Ensembles um den Wartburgplatz, nahe eines potentiellen Arbeitsplatzes (Werkstätten der ehemaligen Rheinischen Eisenbahngesellschaft) den genossenschaftlichen Arbeiterwohnungsbau wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg in Köln-Nippes. Die architektonische und städtebauliche Konzeption, die Gruppierung der Arbeiterhäuser um einen begrünten Platz, belegen das Wohnungsreformerische Anliegen des Bauträgers und begründen die sozialgeschichtliche Bedeutung des erhaltenswerten Arbeiterwohnhauses.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0