Wohn- u. Geschäftshaus

Merheimer Straße 153 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7323
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Merheimer Straße 153, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1900, winkelförmiger Grundriß, 3 Geschosse, ausgebautes Mansardgeschoß, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Formen des Klassizismus, 3:6 Achsen, abgeschrägte Ekke mit Ziergiebel, im veränderten Erdgeschoß zwei Ladenlokale, nachträglich eingebaute Garage, hochrechteckige Fenster mit geradem Abschluß, im Oberlichtbereich geschlossen, alle straßenseitigen Fenster sowie die Haustür erneuert. Rückseite: Backstein, segmentbogige Fensteröffnungen, alle Fenster erneuert. Im Innern original erhalten: Terrazzotreppe, Treppengeländer in Holz mit Antrittspfosten, Treppenpodeste in Terrazzo mit farbiger Einfassung. In den Wohnungen Holzdielenboden unter Fliesen. Ausgebauter Dachstuhl. Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossig bebaute Innenhofbereich.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.

Die Merheimer Straße, an der sich das o.g. Objekt befindet, bildete die Hauptverkehrsachse des Ortsteils Sechzig. Das Gebäude gehört zu den Dokumenten der Erstbebauung, die sich in diesem Bereich der Straße in größerer Anzahl erhalten haben und charakterisiert gemeinsam mit weiteren Gebäuden der Nachbarschaft das historische Straßenbild. Die Ecklösung an der Merheimer-/Wartburgstraße in Gestalt der Betonung durch einen Ziergiebel an abgeschrägter Ecke wiederholt sich an der Straßenkreuzung an zwei weiteren Gebäuden, während sich die Bekrönung der Fassaden mit Dachaufbau im weiteren Verlauf der Merheimer Straße an angrenzenden Häusern fortsetzt und eine rhythmische Gliederung der Zeile bewirkt. Die sechsachsige Fassade zur Wartburgstraße greift im äußeren, an die Nachbarbebauung angrenzenden Bereich mit eng gestellten Fensterachsen die für das Nippeser Stadthaus typische Gestalt des in näherer Umgebung häufig anzutreffenden Dreifensterhauses auf. Neben diesen gestaltbildenden Charakteristika des Baukörpers ist die Verwendung von bauplastischen Dekorationsformen an den Fassaden sehr zurückhaltend (Schmuckformen: durchlaufende Stockwerkgesimse/Sohlbänke, waagerechte Fensterverdachungen, Hervorhebung der Eckachse durch Quaderimitation in abwechselnder Schichtung an den Gebäudekanten, Dachgesims, Ziergiebel mit Schulterbogenabschluß, Dachgaupen in den Achsen mit vorkragenden und geschwungenen Verdachungen in Blech). Die in städtebaulicher Hinsicht aufeinander bezogene Bebauung im Kreuzungsbereich Merheimer-/Wartburgstraße erscheint als geplante Ensemblegestaltung; das Haus Merheimer Straße 153 ist als Teil dieses Zusammenhangs ein wichtiges Zeugnis und für den frühen Wohnbau im Kölner Stadtteil Nippes ein unverzichtbares Denkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0