Wohnhaus

Strundener Straße 133 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8257
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Strundener Straße 133, 51069 Köln
Baujahr1419
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1998
Stadtteil Dellbrück

Erbaut in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Außenbau: Zweigeschossiger traufständiger Putzbau dreiachsig, ziegelgedecktes Satteldach. Türen und Fenster mit originalen Gliederungen weitgehend erhalten. Straßen- und Rückfront nahezu gleiche Gestaltung, zusätzlich betont ein Stockgesims die Straßenfront gegenüber der Gebäuderückseite (eine Erdgeschoßfensteröffnung ist zu einem Schaufenster erweitert worden). Die identischen zweiachsigen Giebelseiten sind mit asymetrisch angeordneten Fensteröffnung versehen. Betonung der Giebelabschlüsse durch konkav geschwungene Dachabschlüsse und Schornsteine wie bei Hausmannshäusern.

Innen original: Keller mit Backsteintonne, quer zum Gebäude (Innenzugang zugesetzt, nachträglicher Außenzugang). Durchgangsflur im Erdgeschoß mit ornamental eingeritzten roten Steingutfliesen, Holztreppe mit Stabgeländer; überwiegend Dielenböden; Weichholz- Dachstuhl mit originalen Verzapfungen und Holznägeln.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort entwickelte sich auch durch den Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln mit Eisen- und Straßenbahnlinien. Der Bergisch-Gladbacher Straße kam dabei als Ost-West-Verbindung besondere Bedeutung zu.

Die Strundener Straße verläuft auf der Flußterrasse nördlich des Strunderbaches, der in Herrenstrunden am Westrand der Bergischen Höhen entspringt. An seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf befanden sich mindestens 52 Mühlen (seit dem 14. Jh. belegt), denen auch die Ortschaft Strunden ihre Existenz verdankte. Zu den Mühlen gehörten oftmals Herrenhäuser wie Haus Thurn oder Isenburg - ehemalige Wasserburgen, deren Gräben vom Bach gespeist wurden.

Das Gebäude Strundener Straße 133 zeigt die typische Formensprache der vorstädtischen Architektur aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der regelmäßigen Kubatur sind die Fenster- und Türöffnungen gleichmäßig angeordnet und durch profilierte Rahmungen (Tür) und vorspringende Sohlbänke (Fenster) betont. Die aufwendigen Kämpferprofile der Fenster werden in den mehrfach abgetreppten Profilformen des Traufgesimses wieder aufgenommen. Auch die nahezu unveränderte Grundausstattung des Gebäudes, die auch Eingangstüren (einflügelich, Holz mit Oberlicht, unterschiedliche Gestaltung von Vorder- und Hintertür) und Fenster (mit originalen Beschlägen und Messinggriffen) einschließt, macht das Gebäude bedeutend für die Architekturgeschichte Dellbrücks. Städtebaulich wichtig ist das Gebäude als einziges erhaltenes Beispiel in Massivbauweise aus dieser Architekturepoche in der Strundener Straße. Hinzu kommt auch eine Bedeutung als frühe Produktionsstätte, da in dem Gebäude bis Ende der 20er Jahre Kölnisch- Wasser produziert wurde. Der Besitzer des Grundstücks, Theodor Creifelds, ließ sich 1927 neben seiner "Eau de Cologne - Fabrik" eine Villa bauen, die er bis Anfang der 30er Jahre bewohnte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0