Wohnhaus
Merheimer Straße 167 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8171 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 167, 50733 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.10.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1907, traufständiges 3-geschossiges, 2-achsiges Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach und rückwärtigem Seitenflügel. Putzfassade mit reichen Stuckgliederungen des Jugendstils, Fenster verändert (Holz, teilweise entstellende Teilungen).
Fassade: Sockel verfliest, alte Kellerlukenverschlüsse mit Jugendstilornamenten erhalten. Rechte Achse betont durch Kolossalordnung und bekrönenden geschweiften Giebel, Eingangstür (verändert) nach rechts aus der Mitte der Achse verschoben, im 1. und 2. OG breite Fenster, im DG schmaleres Fenster. Linke Achse: je zwei gekuppelte hochrechteckige Fenster (im EG rechtes Fenster verändert), im Dach großes mittiges Fenster in Dachfläche eingeschnitten (verändert: abknickender Bereich des Mansarddaches blechverkleidet).
Rückseite: verputzt, vor- und zurückspringende Fassade, (Veränderungen: der an das Treppenhaus anschließende rückwärtige Flügel 1963 nach Kriegsschäden teilweise wiederaufgebaut; Fenster teilweise erneuert, Holz) alte Einfriedungsmauer verputzt erhalten.
Innen original: im Vestibül blaue Wandfliesen und eingefügte Streifen grüner Fliesen, ein Streifen mit grünen Jugendstilornamentfliesen, Stuckrahmen mit hängenden Girlanden, Dekkenstuck in Form eines Beschlagornamentes; Masken, Stuckrahmen und Rosette mit Rosen im Durchgang zum Treppenhausflur, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und hölzernem Handlauf (Antrittspfosten erneuert, Wohnungstüren erneuert)
Zum Denkmal gehört auch der kleine Garten mit der verputzten Einfriedungsmauer, nicht zum Denkmal zugehörig ist dagegen der 1-3 geschossige, 1963 nach Kriegsschäden wiederhergestellte, an das Treppenhaus anschließende, rückwärtige Seitenflügel.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der nach der Jahrhundertwende entstandenen nördlichen Bebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich.
Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage innerhalb einer ganzen Reihe in diesem Bereich erhaltener Bauten aus der Gründerzeit. Wichtiges Gestaltungs- und Gliederungsmerkmal aller Häuser dieses Straßenabschnittes sind die kleinen, mittig oder seitlich die Fassade bekrönenden Giebel, die die Fassadenfolge rhythmisieren und beleben. Diese Giebel finden sich bei Nr. 153, 155, 157, 163, 167 und 169. Die beiden auf etwas breiteren Parzellen errichteten Nachbarhäuser besitzen jeweils einen mittigen Giebel.
Besonders auffallend sind bei dem hier behandelten Objekt die sehr reichen Schmuckornamente, die auf das Gewerbe des Bauherrn verweisen: der erste Eigentümer des Hauses, H. Görtz besaß 1907 ein Stuckgeschäft
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0