Wohnhaus
Merheimer Straße 159 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8170 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 159, 50733 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.10.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1907, 3-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach und 2-3 geschossigem rückwärtigem Seitenflügel. Putzfassade mit Stuckgliederungen des Jugendstils.
Fassade: rechte Achse breiter und im Dachbereich mit einem seitlich auf Säulen aufliegenden Kleeblattbogengiebel bekrönt; originale Eingangstür mit Glasfüllung und Oberlicht nach rechts aus der Mitte der rechten Achse verschoben, in den Geschossen darüber je ein breites Fenster mit geradem, segmentbogigem oder rundbogigem oberen Abschluß (alle Fenster erneuert, Kunststoff, andere Teilungen). In der mittleren und linken Achse in jedem Geschoß jeweils ein hochrechteckiges Fenster, die Fenster des EG ebenfalls aus der Achsmitte verschoben, im DG mittig über beiden Achsen ein breites Fenster in das Dach eingeschnitten. Die Fenster von großen Stuckrahmen und einzelnen Stuckornamenten umgeben, die großflächige Stuckbehandlung teilt die Fassade horizontal in zwei Hälften: über einer Sockelgestaltung bis in Höhe der Kämpferzone der Fenster des 1. OG eine ausgefallene Gestaltung von in Stuck gearbeiteten Platten mit Holzmaserung, nach oben durch einen Jugendstilornamentfries abgeschlossen. Darüber glatte Putzfläche mit Jugendstilornamenten: Rosenknospen und geometrisch-florale Gehänge.
Rückseite: backsteinsichtig, vor- und zurückspringende Fassade, (Fenster und Hoftür erneuert, Kunststoff, andere Teilungen), Gauben auf Seitenflügel, alte Einfriedungsmauer verputzt erhalten.
Innen original: Bodenfliesen in Vestibül und Treppenhaus, im Vestibül Stuckfries und Stuckgehänge, grüne Wandfliesen mit Band weißer Ornamentfliesen, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, alle Wohnungstüren erhalten (vordere EG-Wohnung: Decken abgehangen, Türen teilweise verkleinert und erneuert).
Zum Denkmal gehört auch der kleine Garten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der nach der Jahrhundertwende entstandenen nördlichen Bebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich.
Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage innerhalb einer ganzen Reihe in diesem Bereich erhaltener Bauten aus der Gründerzeit. Wichtiges Gestaltungs- und Gliederungsmerkmal aller Häuser dieses Straßenabschnittes sind die kleinen, mittig oder seitlich die Fassade bekrönenden Giebel, die die Fassadenfolge rhythmisieren und beleben. Diese Giebel finden sich bei Nr. 153, 155, 157, 163 und 167. Das heute stark veränderte Nachbarhaus Nr. 161 zeigte ursprünglich eine genau spiegelbildliche Fassadengliederung wie das hier behandelte Objekt.
Die Fassadengestaltung durch Stuck mit Holzmaserung ist ein ausgefallendes Element, das die Vielfalt der Schmuckformen an Nippeser Häusern bereichert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0