Wohnhaus
Merheimer Straße 131 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8230 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 131, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1875 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.12.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1875, Fassade überformt um 1905, 2-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus mit Satteldach auf rechteckiger Grundfläche, Putzfassade mit Stuckgliederungen, rückwärtiger 1-2 geschossiger Anbau.
Fassade: (Sockel verfliest) Hauseingang in linker Achse, originale Holztür (leicht verändert) mit Glasfüllungen und Oberlicht, in mittlerer und rechter Achse ursprünglicher Ladeneinbau schon in 20er/30er Jahren zu Wohnzwecken geschlossen; Haustür, Fenster des OG und mittlerer bekrönender, leicht geschweifter Giebel mit reichem Stuck betont, originale Fenster im 1. OG und im Giebel, stuckierte Bekrönungen der Brandmauern.
Rückseite: backsteinsichtig, gestrichen; rechts langgestreckter, zweigeteilter Anbau mit Pultdach, der vordere Teil 2-geschossig, der hintere Bereich 1-geschossig (an der Kopfseite kleines Fenster eingebrochen).
Innen original erhalten: Bodenbelag aus kleinen Platten im Flur, Holztreppe mit hölzernem Geländer und Antrittspfosten, teilweise alte Türen (eine Tür im OG neu).
Zum Denkmal gehörig ist auch der rückwärtige Garten als ehemaliger kleiner Nutzgarten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der Erstbebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich. Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage innerhalb einer ganzen Reihe in diesem Bereich erhaltener Bauten aus der Gründerzeit.
Besonders wichtig in diesem Straßenabschnitt ist die Ablesbarkeit der frühen Bebauung mit schlichten, zweigeschossigen Dreifensterhäusern, die sich auch an anderen, noch vor oder um 1890 bebauten Straßen in Nippes zeigt (Florastraße, Lohsestraße, Siebachstraße).
Die Fassade des Objektes war ursprünglich entweder backsteinsichtig oder schlicht verputzt, die aufwendige Stuckfassade wurde dem Haus erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinzugefügt, um es den inzwischen errichteten größeren und aufwendigeren Bauten der Umgebung anzupassen. Der Ziergiebel bekrönt als vergrößerte Gaube die Fassade, ermöglicht die Nutzung des Dachgeschosses und wirkt belebend auf das Straßenbild, indem er die Abfolge der traufständigen Häuser rhythmisiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0