Wohnhaus

Waldhausstraße 44 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8191
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 44, 51069 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1925; östliche Hälfte eines zweigeschossigen Doppelhauses mit Anklängen an den Expressionismus, Putzfassade (neu verdämmt) und weit vorkragendes Walmdach.

Straßenfassade: 3 Achsen, mittig originale Haustür mit Außentreppe und massiver Rahmung, Fenster mit profilierten Sohlbänken (Fenster erneuert), 2 originale Dachgauben (Schornstein erneuert).

Seitenfassade: 3 Achsen, in mittlerer 1 Fenster im EG und 2 kleinere mit gemeinsamer Sohlbank im OG, darüber 1 originale Dachgaube.

Rückseite: 3 Achsen, in Mittelachse Parterreerker und beidseitige Gartentreppe mit gestufter Brüstungsmauer, rechts und links Terasse mit jeweils einer doppelflügligen Tür, im OG durchlaufender Balkon mit ehemals 3 Türen (rechte Tür zu Fenster zugesetzt, Bodenfliesen, Terrassengitter und Türen erneuert).

Im Inneren original: Keller- und EG-Grundriß (im EG eine Tür zugesetzt), im Eingangsbereich schwarz abgesetzte MarmorWandverkleidung und Deckenkuppel mit Stern (Bodenmarmor erneuert); Holztreppe mit hölzernem Stabgeländer, Antrittspfosten mit rundem bzw. sternförmigem Grundriß; Deckenleiste in den beiden gartenseitigen Zimmern, im Südwest-Zimmer außerdem Deckenkehle; im OG 2 gartenseitige Zimmer zu 2 kleineren Zimmern und 1 Bad umgebaut, Holzboden (darauf Teppichboden); DG mit Dielenboden.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit Rasenfläche (Einfassungsmauer und Wege erneuert) sowie der rückwärtige Garten.

Kein Bestandteil des Denkmals ist die nachträglich angefügte Garage.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Dellbrück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann, sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem weiträumig angelegten und durchgrünten Villenviertel entwickelte. Thielenbruch ist noch heute ein weitestgehend geschlossen erhaltenes Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen veranschaulicht.

Nachdem zu Anfang des Jahrhunderts die ersten Thielenbrucher Häuser an der Bergisch Gladbacher Straße und an der heutigen Thielenbrucher Allee entstanden waren, wurde in der 2. Hälfte der 20er Jahre die Waldhausstraße bebaut. Diese Ausbauphase wurde durch den damaligen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht und durch die bereits 1914 erfolgte Eingemeindung Dellbrücks nach Köln beschleunigt.

Das o. g. Objekt steht am Beginn dieser Ausbauphase. Im Gegensatz zum (älteren) Nachbargebäude Waldhausstr. 46 wurde die Form des Doppelhauses gewählt, die in Thielenbruch häufig vertreten ist; auch die benachbarten Bauten Nr. 34-40 gehören diesem Bautyp an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich neben einzelstehenden Bauten auch ein Dreifachhaus (Nr. 29-31).

Trotz der Wahl des preisgünstigeren Doppelhauses belegt die strenge Symmetrie der Straßenfassade und die Betonung des Eingangs in der Mittelachse den repräsentativen Anspruch des Erbauers. Die breitgelagerte Fassade, eingefaßt vom Sockel und dem weit vorkragenden Dach, wird durch eine vornehm-zurückhaltende Außengestaltung geprägt. Die Betonung der Horizontalen (Sockel, vorkragende Traufe, Fensterreihung) zeugt von einer expressionistischen Architekturauffassung des Architekten. Dem Expressionismus stehen auch die wenigen vorhandenen Schmuckelemente nahe, so das Ornament auf der schrägen Laibung des rundbogigen, trichterförmigen Eingangs und der eingeschnittene Stern in der kleinen Kuppel über dem Eingangsraum.

Der Villencharkter des Hauses wird neben der ausgewogenen Gestaltung vor allem durch die großzügige Einbettung in Grünflächen betont. Im Gegensatz zu den westlichen Nachbarbauten (Nr. 32-40) besitzt das Haus einen großen Vorgarten, der in seiner Tiefe dem des Solitärbaus Nr. 46 entspricht.

Aus den o. g. Gründen ist das Haus Waldhausstr. 44 ein unverzichtbarer Teil des Villenviertels Thielenbruch.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0