Wohnhaus

Waldhausstraße 42 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8195
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 42, 51069 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.10.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1925; rechte Hälfte eines zweigeschossigen Doppelhauses mit Putzfassade und weit vorkragendem Walmdach.

Straßenfassade mit 3 Achsen; mittig originale Haustür mit Außentreppe und massiver Rahmung, Fenster mit profilierten Sohlbänken (Fenster erneuert, im EG nachträglich vergittert), 2 originale Dachgauben (Schornstein erneuert); Seitenfassade mit Fenstern in mittlerer Achse und ehemaligem Garagentor, geschwungene Regenfallrohre (erneuert).

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit Rasenfläche (Einfassungsmauer und seitlicher Weg verändert) sowie der rückwärtige Garten mit altem Baumbestand.

Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Dellbrück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann, sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem weiträumig angelegten und durchgrünten Villenviertel entwickelte. Thielenbruch ist noch heute ein weitestgehend geschlossen erhaltenes Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen veranschaulicht.

Nachdem zu Anfang des Jahrhunderts die ersten Thielenbrucher Häuser an der Bergisch Gladbacher Straße und an der heutigen Thielenbrucher Allee entstanden waren, wurde in der 2. Hälfte der 20er Jahre die Waldhausstraße bebaut. Diese Ausbauphase wurde durch den damaligen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht und durch die bereits 1914 erfolgte Eingemeindung Dellbrücks nach Köln beschleunigt.

Das o. g. Objekt steht am Beginn dieser Ausbauphase. Im Gegensatz zum (älteren) Nachbargebäude Waldhausstr. 46 wurde die Form des Doppelhauses gewählt, die in Thielenbruch häufig vertreten ist; auch die westlich angrenzenden Bauten Nr. 34-40 gehören diesem Bautyp an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich neben einzelstehenden Bauten auch eine Dreiergruppe (Nr. 29-31).

Trotz der Wahl des preisgünstigeren Doppelhauses belegt die strenge Symmetrie der Straßenfassade und die Betonung des Eingangs in der Mittelachse den repräsentativen Anspruch des Erbauers. Die breitgelagerte Fassade, eingefaßt vom Sockel und dem weit vorkragenden Dach, wird durch eine vornehm-zurückhaltende Außengestaltung geprägt. Einziger Schmuck ist der rundbogige Eingang, trichterförmig in eine markant vorspringende Rahmung mit waagerechtem, gestuftem Abschluß eingeschnitten und durch Ornamente auf den schrägen Gewänden ausgezeichnet. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Haustür mit hochovalem Fenster, die anders als die erneuerten Fenster zum Originalbestand des Hauses gehört.

Der Villencharkter des Hauses wird neben der ausgewogenen Gestaltung vor allem durch die großzügige Einbettung in Grünflächen betont. Im Gegensatz zu den westlichen Nachbarbauten (Nr. 32-40) besitzt das Haus einen großen Vorgarten, der dem des Solitärbaus Nr. 46 entspricht. Im tiefen rückwärtigen Garten wurden darüberhinaus Bäume in lockerer Streuung integriert.

Aus den o. g. Gründen ist das Haus Waldhausstr. 42 ein unverzichtbarer Teil des Villenviertels Thielenbruch.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0