Wohnhaus
Waldhausstraße 46 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7694 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Waldhausstraße 46, 51069 Köln |
| Baujahr | 1906 bis 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.11.1995 |
| Stadtteil | Dellbrück |
"Waldhaus"/"Haus Glückauf"; erbaut 1906/07; 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, reichgestaltete Dachlandschaft; Putzfassade; 2 Achsen zur Straße; links über Eck zwei-geschossiger söllerartiger Eckvorbau (OG mit Fachwerkapplikation); Giebel durch Fach-werk gegliedert; westliche Eingangsseite dreiachsig mit leicht nach links verschobenem Eingang mit Glasdach und Freitreppe; Eingangstür original; Eingangsbereich als halb-runder Risalit mit mehrfach geknicktem Dach ausgeführt; Rückfront zweiachsig; linker Hand ehemals Veranda (nunmehr geschlossen), rechter Hand Wintergarten; Mansard-dach mit Schopf; Ostseite zweiachsig; Fenster komplett erneuert; im Inneren original: Treppe ab dem Hochparterre, Treppenanlage in Holz; Fenster im Eingangsbereich (teil-weise erneuerte Verglasung); Marmor im Treppenhaus; im 1. OG Bad mit Jugendstil-Wandfliesen; Grundriß EG original (Ausnahme: WC-Bereich); zum Denkmal gehören die großzügige Gartenanlage, die straßenseitige Einfriedung und die Garage (ehemals Remise) im rückwärtigen Bereich des Gartens.
Zum Denkmal gehören auch die mit geometrischen Stuckverzierung versehenen Decken der beiden Wohnzimmer im EG (original, restauriert).
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann, sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln durch Eisen- und Straßenbahnlinien zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprüng-lich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger, das sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem rechtsrheinischen Villenvorort Kölns entwickelte, der dem links-rheinischen Marienburg vergleichbar ist. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entsteh-ungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezoge-nem Wohnen im Grünen in städtischer Randlage veranschaulicht. Einer der frühesten Bauten in diesem Bereich ist das 1907/08 erbaute sog. "Waldhaus", eine Villa, die der Waldhausstraße ihren Namen gab. Bauherr war ein Ehrenfelder Fabrikant. Das von einem großflächigen Garten umgebene, hochaufragende Haus liegt am unteren Ende der Waldhausstraße an der Einmündung zur Thielenbrucher Allee und spiegelt aufgrund sei-ner auffälligen Baugestalt das Repräsentationsbedürfnis des Bauherren wider. Die Fach-werkapplikationen der Straßenfassade, Werksteinrahmungen, verschiedene miteinander kombinierte Dachformen, mehrfache, durch vorspringende Bauteile erzeugte Asymme-trien, die dem Bau eine Mehransichtigkeit geben, weisen auf eine am Heimatschutzge-danken orientierte Architekturauffassung hin, die in Aufnahme traditioneller, regional auf-tretender Architekturformen um die stimmungsmäßige Aufnahme des Genius loci bemüht ist. In unmittelbarer Nähe, auf der Bergisch Gladbacher Straße zwischen Waldhausstraße und Thielenbrucher Allee gibt es eine Reihe von Vorbildern für eine derartige Gestaltungs-absicht. So stellt das o. g. Objekt aufgrund seiner orts- und architekturgeschichtlichen Bedeutung sowie im Hinblick auf den räumlichen Bezug der Anlage im Gesamtbereich Thielenbruch ein unverzichtbares Dokument der Entstehungsgeschichte dieses Villenvor-orts dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0