Wohnhaus

Waldhausstraße 26 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8213
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Waldhausstraße 26, 51069 Köln
Baujahrum 1931
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1997
Stadtteil Dellbrück

Erbaut um 1931; östliche Hälfte eines zweigeschossigen Doppelhauses mit Putzfassade und ausgebautem Dachgeschoß, vorkragendes, abgeschlepptes Walmdach; Fenster und Türen größtenteils original, im EG originale Holzrolläden; Sockel durch Putzritzung und Farbwechsel angedeutet.

Straßenfassade: Mittelachse des Doppelhauses durch die eingenischten Eingänge und hochrechteckigen Treppenhausfenster der beiden Haushälften gebildet, daneben querrechteckige Fenster, an den Ecken größere Fenster mit profiliertem Eckpfeiler; breites, vierfenstriges Dachhäuschen.

Seitenfassade: 3 Achsen, 3 vergitterte Kellerfenster (mittleres kleiner), rechts Eckfenster, mittig 3 hochrechteckige Fenster, links geschlossene Wandfläche, vierfenstriges Dachhäuschen.

Rückseite: Insgesamt 4 Achsen, in den mittleren beiden Achsen jeweils 1 Garage, darüber Terrasse mit Außentreppe und Balkon, mittige Terrassen- bzw. Balkontür und seitliche Fenster (Terrasse der östlichen Haushälfte mit erneuertem Boden und höhergesetzter Metallbrüstung); in den beiden seitlichen Achsen querrechteckige, dreiteilige Fenster; Dachhäuschen wie Vorderseite.

Innen original: Keller mit Steintreppe, Backsteinmauern und Betondecke; Waschküche mit altem Heizkessel. EG mit Heizkörpern und 9 Türen, Küche und Speisekammer mit schwarz-weißen Boden- und weißen, blau abgesetzten Wandfliesen, gleiche Bodenfliesen auch im Bad und der Toilette (Wandfliesen erneuert), Südwest-Zimmer mit Deckenkehle im mittleren Raumbereich. OG mit Heizkörpern und 9 originalen Türen, Deckenkehle im Nordost- und Südwest-Zimmer (dort zusätzliche Dekkenleiste), im Südwest-Zimmer kreisrunde Deckenleiste ohne Deckenkehlung; Küche, Speisekammer und Toilette mit schwarzweißen Boden- und weißen Wandfliesen, abgesetzt mit schwarzem Kästchen-Fries, im Bad gleiche Bodenfliesen (Wandfliesen erneuert); ansonsten Linoleumboden.

Garten: Gartenmauer neu ausgefugt und ohne Gitter, Längsteilung des rückwärtigen Gartens sowie Gartenterrasse und -kamin nachträglich.

Der heutige Ortsteil Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Dellbrück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort begann sich unter dem Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Mülheim bzw. Köln zu entwickeln. Der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Verbindung kam dabei besondere Bedeutung zu. Die ehemalige Land- und Heerstraße war 1842 durch den Freiherrn von Fürstenberg ausgebaut worden. Am östlichen Ende dieser Straße entstand im Bereich von Thielenbruch, einem ursprünglich sumpfig-moorigen Waldgebiet, seit der Jahrhundertwende ein Wohnviertel für die gehobenen Ansprüche wohlhabender Bürger.

Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 und die gute Verkehrsanbindung (Straßen- und Eisenbahn) entwickelte sich das weiträumig angelegte und durchgrünte Villenviertel Thielenbruch zu einem heute noch weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel besonderer Wohnqualität, das die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit spiegelt und das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen im Grünen veranschaulicht.

Das o. g. Objekt wird durch eine Synthese von traditionellen und progressiven Stilmitteln in seiner repräsentativen Grundhaltung charakterisiert. Die breite Lagerung des Baus, das hohe, abgeschleppte Walmdach und die Verschieferung der Dachhäuschen entstammen dem traditionellen Bauen im Bergischen Land. An älteren Bauten (Landhausarchitektur) orientiert sich auch die auf der Rückseite gelegene Terrasse mit Freitreppe und der darüber befindliche Balkon. Am Architekturstil des "Neuen Bauens" orientiert sich dagegen die schlichte Fassadengestaltung mit glattem Verputz, die nur durch die Eck- und Treppenhausfenster (in scharfkantigen und tief eingeschnittenen Nischen) gegliedert wird. Die trichterförmigen Hauseingänge mit Steinfassung entstammen dagegen dem Expressionismus. Trotz seiner Schlichtheit wurde sehr viel Wert auf die Komposition der Fassaden gelegt, die durch den Wechsel zwischen geschlossener und geöffneter Wandfläche (Türen, Fenster, Nischen) gekennzeichnete sind. Dafür nahm man auch Einschränkungen im Inneren in Kauf: So ist die Speisekammer von der Küche nur durch eine dünne Wand abgetrennt, damit beide durch ein gemeinsames Fenster belichtet werden können. Und die hochrechteckige Nische, die die beiden Geschosse zusammenfaßt, bildet einen im Treppenhaus unmotiviert wirkenden Rücksprung aus.

Aus traditioneller und progressiver Architekturströmungen entwickelt der Architekt im o. g. Objekt eine an den Standort Thielenbruch gebundene, für die gesamte Bebauung typische, variable Synthese. Das Haus ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Villenviertels Thielenbruch, das erst ab Mitte der 20er Jahre in diesem Teil bebaut wurde (vgl. Waldhausstr. 22-44).

Der Villencharakter des Doppelhauses wird neben der repräsentativen Außengestaltung auch durch die Einbettung in Grünflächen begründet. Vorgarten und rückwärtiger Garten sind deshalb integrativer Bestandteil des Anwesens.

Aus den genannten Gründen ist das Haus Waldhausstr. 26 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0