Wohnhaus

Eisenachstraße 41 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8222
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eisenachstraße 41, 50733 Köln
Baujahr1903 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.12.1997
Stadtteil Nippes

Errichtet 1903 - 1905. Rechteckiger Grundriß, 2 Geschosse, 2 Achsen; Satteldach, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 Gauben in den Fensterachsen. Fassade in Backstein und Putz; Haustür und Fenster neu. Die ursprünglich backsteinsichtige Rückseite heute verputzt, Fenster neu. Ehemaliger Vorgarten heute gepflastert; rückseitig kleiner Garten.

Im Inneren original erhalten: Fliesenboden im Hausflur, Holztreppe mit Geländer und Antrittspfosten, Dielenböden, Türen mit Gewänden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - mit der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industrieort mit rapide zunehmender Bevölkerung entwickelt (Einwohnerzahl 1855: 496, 1875: 7.728, 1890: 16.210, 1900: 27.045).

Eine Folge dieses Bevölkerungswachstums war steigende Wohnungsnot insbesondere der Arbeiterfamilien. Um hier Abhilfe zu schaffen, gründeten 1895 mittelständische Honratioren aus dem Umkreis der christlichen Arbeiterbewegung die "Köln-Nippeser Spar- und Baugenossenschaft". Deren Ziel war aber nicht bloß die Herstellung von billigem Wohnraum, sondern es sollte die Arbeiterschaft durch Erwerb von Grundeigentum in Gesellschaft und Staat integriert werden. So entstanden im Auftrag der Genossenschaft 1896 an der Niehler Straße, 1898 an der Nievenheimer Straße (heute Bilderstöckchen) und 1903 - 1905 an der damals neu angelegten Eisenachstraße wie seit etwa 1910 an dem benachbarten Wartburgplatz insgesamt ca. 130 Zweifamilienhäuser, jedes gedacht für eine Kaufanwärter-Familie und deren Mieter.

Trotz gravierenden Verlusten an historischer Substanz läßt die Siedlung Eisenachstraße noch heute das chrakteristische Erscheinungsbild eines in Opposition gegen die zeitgenössische "Mietskaserne" entworfenen Komplexes von Eigenheimen mit Vorgärten und Hausgärten erkennen. Die im "Heimatstil" - in Anknüpfung an die niederdeutsche Backstein-Architektur - errichteten Reihenhäuser, auf der linken Straßenseite in annähernd geschlossener Zeile erhalten, haben bei aller Ähnlichkeit jedes eine nach Formen und Materialverwendung individuell gestaltete Fassade (heute teilweise verändert), so daß die Siedlung insgesamt etwas vom malerischen Charakter spätmittelalterlich-frühneuzeitlicher Straßenzüge hat.

Das Haus Nr. 41 ist ein unverzichtbarer Bestandteil der insgesamt sozialgeschichtlich, städtebaulich und künstlerisch bedeutsamen Siedlung an der Eisenachstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0