Wohnhaus

Regentenstraße 72 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8251
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Regentenstraße 72, 51063 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1998
Stadtteil Mülheim

Um 1890; dreigeschossiges Dreifensterhaus mit nachträglich ausgebautem Dachgeschoß, Stuckfassade im Stil der Neorenaissance.

Straßenfassade: dreiachsig; seitlicher Eingang (Treppenstufen und Haustür erneuert); Eingangsnische und Fensteröffnungen mit Stuckrahmungen (Haustür und Fenster erneuert); EG mit waagerechtem Fugenschnitt (Sockel erneuert) und profiliertem Geschoßgesims, 1.OG mit Stuckapplikationen auf Brüstungsfeldern und Fenstersturz sowie Sohlbankgesims und Fensterverdachung, oberhalb schmalem Gesims 2.OG mit Sohlbankgesims und schlichter, horizontaler Fensterverdachung, 4 kannelierte Pilaster und Traufgesims (reduziert); Dachansatz vereinfacht und Dachhäuschen nachträglich aufgesetzt.

Rückseite: stark verändert (Toilettenanbau abgerissen, Anbau statt Hof angefügt, Zugang zu rückseitiger Dachterrasse eingebrochen, Fenster erneuert).

Innen original: Flur mit Deckenstuckaturen (Boden erneuert), Holztreppe mit rundem Antrittspfosten und Stabgeländer (Trittstufen metallverkleidet, Treppenhaus mit Trennwand oberhalb EG und gedämmtem Wänden). Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückseitige Anbau.

Orts- und stadtgeschichtlich bedeutsam ist das Wohnhaus als Beispiel der im 19. Jahrhundert einsetzenden langsamen Verstädterung, jedoch unter Beibehaltung des kleinstädtischen Charakters. Die Regentenstraße, um 1800 noch Bebauungsgrenze des alten Stadtkerns, wird nach dem Ausbau der Mülheim-Wipperfürther Straße (heute Bergisch Gladbacher Straße) in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Wohnhäusern bebaut. In der unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses stammen noch die Häuser Nr. 68 und 72 aus dieser Zeit. Die drei Bauten belegen neben wenigen weiteren Gebäuden die ehemalige Bebauung in dieser Erweiterungszone des alten Mülheimer Stadtkerns.

Die architektonische Qualität des Hauses Regentenstr. 72 ergibt sich aus der ausgewogenen Gestaltung der Stuckfassade, die durch profilierte Gesimse horizontal und durch die stuckgerahmten Öffnungen und Pilaster vertikal gegliedert wird. Dieser klaren Gliederung ordnet sich die unterschiedliche Stuckierung der Etagen unter, die an italienischen Renaissancepalästen orientiert ist: Das die Basis bildende EG weist Putzquader auf (Rustikageschoß); die Beletage darüber wird durch florale Stuckaturen und eine markant vorspringende Fensterverdachung betont; die Pilaster im 2.OG trugen das ehemals höhere und mit Konsolen ausgestattete Traufgesims. Trotz der Erneuerung der Fenster und Türen, des Sockels und des Daches ist das Haus damit ein wichtiges Beispiel für den Stil der Neorenaissance in Mülheim.

Aus den o. g. Gründen ist das Haus Regentenstr. 72 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0