Wohnhaus

Keupstraße 12 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8226
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Keupstraße 12, 51063 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.12.1997
Stadtteil Mülheim

Um 1895; dreigeschossiges Haus, vierachsige Stuckfassade im Stil der Neorenaissance.

Straßenfassade: Fenster- und Türöffnung segmentbogig, Eingang mit originalen Steinstufen und Terrazzoboden (Haustür, alle Fenster und im EG Rolläden erneuert); EG mit Fugenschnitt und abschließendem Gesims; Obergeschosse durch Lisenen gegliedert, 1.OG mit aufwendigeren Fensterrahmungen und Lisenen mit Putzfugen, abschließendes Gesims zugleich Sohlbankgesims des 2.OG, darüber Geschoßgesims (Dachansatz vereinfacht, Dachdeckung erneuert).

Orts- und stadtgeschichtlich bedeutsam ist das Wohnhaus als Beispiel der im 19. Jahrhundert einsetzenden langsamen Verstädterung, jedoch unter Beibehaltung des kleinstädtischen Charakters. Die Keupstraße wird nach dem Ausbau der MülheimWipperfürther Straße (heute Bergisch Gladbacher Straße) in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Mietshäusern bebaut. In der unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses stammen noch die Häuser Keupstr. 6 aus dieser Zeit. Die Bauten belegen neben wenigen weiteren Gebäuden die ehemalige Bebauung in dieser Erweiterungszone des alten Mülheimer Stadtkerns.

Das vom Maurermeister und Bauunternehmer Matthias Kloetsch errichte Haus diente als Wohnsitz des Eigentümers und seiner Familie, die das 1.OG (Beletage) bewohnten. Im 2.OG fanden anfänglich Näherinnen und Rentnerinnen (2.OG) eine Wohnung.

Die architektonische Qualität des Hauses Keupstr. 12 ergibt sich aus der ausgewogenen Gestaltung der Stuckfassade, die durch profilierte Gesimse horizontal und durch die Lisenen sowie die stuckgerahmten Fensteröffnungen vertikal gegliedert wird. Dieser klaren Gliederung ordnet sich die unterschiedliche Stuckierung der Etagen unter, die an italienischen Renaissancepalästen orientiert ist: Das die Basis bildende EG weist Putzquader auf (Rustikageschoß); die Beletage darüber wird durch eine aufwendigere Fensterrahmung betont und durch gequaderte Lisenen unterteilt. Das Gebäude ist breiter als die in dieser Zeit üblicherweise errichteten Dreifensterhäuser; doch durch die Zusammenfassung der beiden mittleren Fenster zu einer Mittelachse entsteht ein dreiachsiges Haus, vergleichbar einem Dreifensterhaus. Insgesamt ist die Fassadengestaltung schlichter als die der Häuser an der Regentenstraße und ist damit ein Beleg für die einst untergeordente Bedeutung der Straße. Das Haus ist ein Beispiel für die Architektur der Mülheimer Stadterweiterung in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts und zugleich eine sozialgeschichtliches Zeugnis für die Lebens- und Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft im industrialisierten Mülheim.

Aus den o. g. Gründen ist das Haus Keupstr. 12 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0