Wohnhaus

Senefelderstraße 4 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8663
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Senefelderstraße 4, 50825 Köln
Baujahr1886
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.09.2004
Stadtteil Ehrenfeld

Spätestens 1886 erbaut. 2 Geschosse, Satteldach (später ausgebautes Dachgeschoss: nachträglich aufgesetzte Gaupen zur Straßen- und Hofseite), 3 Achsen. Sparsam gestaltete, backsteinsichtige Straßenfassade, verputzter Sockel, relativ breites, einfaches Sohlbank- und Dachgesims, oberer Abschluss der beiden Brandwände stufenförmig vorspringend. Eingang links, Eingangstür in den 1970er Jahren erneuert, segmentbogige, mit schlichten Backsteinbögen übergiebelte Fensteröffnungen, Fenster als dreiteilige Holzfenster mit Stulp und Kämpfer erneuert, holzsichtig. Gaupe auf der rechten Seite des Daches, die sich über die Breite zweier Achsen erstreckt. Schlichte backsteinsichtige Hoffassade, 2 Achsen mit segmentbogigen Fenstern, Fenster wie auf der Straßenseite als dreiteilige Holzfenster erneuert, Eingang links. Auf der Hofseite nachträglich aufgesetzte Gaupe über die ganze Breite der Fassade.

Im Inneren noch erhalten: Treppenhaus mit Bodenbelag aus Fliesen mit floralem Muster im Erdgeschoss und Dielenboden im 1. Obergeschoss, Holztreppe mit gedrechselten Geländerpfosten und hölzernem Handlauf, weitgehend historische Raumdisposition im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss mit geringen Veränderungen, Keller mit gemauerten Tonnengewölben.

Bodenbelag in den Wohnungen als Dielenboden erneuert, alle Türen bis auf die Tür zum Kellerabgang erneuert.

Seitliche Begrenzung des Hofes durch Ziegelmauern auf beiden Seiten.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist das ruinöse, ehemals zweigeschossige Werkstattgebäude, das den rückwärtigen Abschluss des Hofs bildet.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von §2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für deine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds reichte der Baugrund südlich der Köln-Aachener Bahntrasse bald nicht mehr aus, so dass ab den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts die Besiedlung nördlich der Bahnlinie vorangetrieben wurde.

Bereits 1872 legte der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff die heutige Senefelderstraße (damals Juliusstraße) als erste Querstraße zwischen Venloer und Subbelrather Straße nördlich der Bahnlinie an. Er parzellierte das Gelände und ließ die ersten 14 Häuser bauen. Dieser neu erschlossene Wohnbereich wurde dann schrittweise u. a. durch die Platenstraße und den Ausbau der Marienstraße erweitert. Das o.g. Objekt dokumentiert die frühe Erstbebauung dieses Viertels.

Das o.g. Objekt stellt als zweigeschossiges Dreifensterhaus mit sparsam gestalteter, backsteinsichtiger Fassade eines der wenigen noch verbliebenen Beispiele für einen ursprünglich weit verbreiteten Ehrenfelder Bautyp dar. In seiner schlichten Ausführung und der kleinteiligen, noch weitgehend erhaltenen inneren Grundrissstruktur weist es die Charakteristika eines typischen Arbeiterwohnhauses auf.

Als integraler Bestandteil der ursprünglichen, stadtteilspezifischen Bebauung stellt das o.g. Objekt ein bauliches, unbedingt zu erhaltendes Dokument dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0