Wohnhaus
Düsseldorfer Straße 156 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8673 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Düsseldorfer Straße 156, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.12.2004 |
| Stadtteil | Mülheim |
Erbaut um 1890 im Gründerzeitstil, 1987 restauriert. Geschlossene Bebauungsweise.
Straßenfassade: 3 Geschosse, Satteldach, 4 Achsen. Mauerwerk verputzt, EG mit durchgehendem Fugenschnitt versehen. Sockelgesims; Stockwerkgesims zwischen EG und 1. OG; durchgehendes Sohlbankgesims im EG, 1. und 2. OG; Konsolgesims. Fenster aus Holz (erneuert, vermutlich dem Original angeglichen): zweiflügelige, hochrechteckige Fenster mit durch Kämpfer abgeteiltem Oberlicht; Eingang: links, mit 4 Stufen, originale zweiflügelige hölzerne Haustür mit Glasflächen und davor gesetzten, verzierten schmiedeeisernen Gittern sowie mit gläsernem Oberlicht. Gesimse, Fenster und die Tür durch einfache Rahmung betont; Fenster im 1. OG durch Brüstungen hervorgehoben: die mittleren mit je 5 Balustern, die beiden äußeren durch längsrechteckiges Relief mit Früchtekorb und Girlanden; Fensterverdachungen: 1. OG horizontales Gesims, im 2. OG die beiden mittleren Verdachungen mit gerollten Akanthusblättern, die beiden äußeren als Dreiecksgiebel mit Konsolen und innenliegenden Reliefs. Fahnenhalter aus Eisen am linken äußeren Rand des 1. OG. Aufbauten: drei Dachhäuschen mit zweiflügeligen Holzfenstern; jeweils überdacht von einem Dreieckgiebel aus geschwungen geschnitztem Holz.
Rückseite: backsteinsichtig mit Traufgesims; pro Etage je 3 zweiflügelige Segmentfenster aus Holz mit Oberlicht; 2 liegende Dachfenster; 4 Stufen vor dem den Gartenausgang.
Gebäudeinneres: Hausflur mit Fliesen-Fußboden, Hausflurwand: glatt verputzt. Freitragende, gerade, zweiläufige Treppe mit Podesten, Geländer mit Handlauf, Stäben, Pfosten und Antrittspfosten aus Holz; Stäbe und Pfosten gedrechselt; auf altem Handlauf ein neuer, höher liegender angebracht. Wohnungseingangstüren original, Holz; Zimmertüren: original, Holz, Wohnungsdecken: ursprüngliche Höhe; Fußböden: Linoleum auf Spanplatten auf originalen Holzdielen. Keller: neue Betonböden und -decke (flach), Wände und segmentierte Türstürze backsteinsichtig.
Rückwärtiger Garten mit Wegen aus Ziegeln.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen als auch für Städte und Siedlungen ist sowie wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozess dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer gewerblichen Ansiedlung zu einer Industriestadt (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Ausfallstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte. An der im 18. Jh. ausgebauten Chaussee nach Norden, der Düsseldorfer Straße, errichteten im Zuge der Industrialisierung Mülheims die Fabrikantenfamilien Andreae, Charlier, Böcking, Greeven u.a. ihre großzügigen Wohnhäuser. Die meist am Rheinufer stehenden Villen waren mit großen Gärten ausgestattet. Auf der östlichen Seite der Straße wurden Mietshäuser und das Walzwerk Böcking erbaut.
Das hier ebenfalls stehende Haus Düsseldorfer Straße 156 wurde als Mietwohnhaus mit einer repräsentativen Fassade errichtet. Mit dem benachbarten Haus Düsseldorfer Straße 160 ist es ein unverzichtbares Dokument der Entwicklung Mülheims und daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0