Wohnhaus

Düsseldorfer Straße 160 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8674
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Düsseldorfer Straße 160, 51063 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.12.2004
Stadtteil Mülheim

Winkelförmiges Eckhaus erbaut um 1890 im Gründerzeitstil, 1987 inklusive Dach restauriert, dabei zum Teil ursprüngliche Wohnungsaufteilung verändert. 3 Geschosse, Walmdach, Mauerwerk verputzt und mit Stuck verziert. Sockelgesims, Stockwerkgesims zwischen EG und 1. OG, durchgehendes Sohlbankgesims im 1. OG, Traufgesims (Ornamentfries mit kleinen Konsolen und darauf ruhenden Rundbögen). Fenster aus Holz (erneuert, vermutlich dem Original angeglichen), zweiflügelig mit Oberlicht, EG u. 1. OG Segmentbogen- und 2. OG Schulterbogenabschluss, Umrahmungen der Fenster und der Tür, im EG über den Zwillingsfenstern je ein Medaillon mit Frauenkopf, eingerahmt von einem kranzartigen Ring; im 1. OG über den Zwillingsfenstern je ein Wappen mit kartuschenähnlicher Umrandung und unterhalb dieser Fenster jeweils ein doppelter Vierpass mit verbindender Ornamentierung.

Hauptfront (Seitenfront): 5 Achsen; im 1. OG und 2. OG ein Zwillingsfenster in den Außenachsen, dazwischen 3 Fenster; im EG anstelle der 2. Achse von rechts: Eingang: mit 5 Stufen, originale zweiflügelige hölzerne Haustür mit zweiflügeligem gläsernem Oberlicht; Aufbauten: 5 verschieferte Dachhäuschen mit zweiflügeligen Holzfenstern; jeweils überdacht von einem Dreieckgiebel aus geschwungen geschnitztem Holz.

Straßenfassade: 2 Achsen mit je 2 Zwillingsfenster. Aufbauten: 2 verschieferte Dachhäuschen sowie ein kleines liegendes Dachfenster.

Rückseite: Ostseite des langen Schenkels backsteinsichtig ohne Fenster; Südseite des langen Schenkels im EG, 1. OG und 2. OG je 2 hochrechteckige, zweiflügelige Holzfenster mit Oberlicht, im DG 3 hochrechteckige Segmentfenster aus Holz; Rückseite kurzer Schenkel (Treppenhausbereich) backsteinsichtig, je ein vergittertes hochrechteckiges Segmentfenster aus Holz, 3 Stufen in den Garten führend; in der Hausecke je ein kleines Segmentfenster (Abstellräume dahinter liegend).

Gebäudeinneres: Hausflur mit Terrazzoboden, Hausflurwand: unteres Drittel mit vertikalen Holzpanelen versehen, obere zwei Drittel glatt verputzt mit Stuckverzierungen (Einrahmung und an den Ecken Akanthusblätter), Stützbogen mit 2 kleinen Konsolen, an der Decke in der Mitte des Flures Stuckelement. Freitragende, gerade, zweiläufige Treppe mit Richtungswechsel, einschließlich Podesten sowie Geländer mit Handlauf, Stäben, Pfosten und Antrittspfosten aus Holz; Stäbe und Pfosten gedrechselt; auf altem Handlauf ein neuer, höher liegender angebracht. Wohnungseingangstüren und Zimmertüren original in Holz; Fußböden: Linoleum auf Spanplatten auf originalen Holzdielen. Keller: neue Betonböden und -decke (flach), Wände im Bereich der einzelnen Kellerräume backsteinsichtig.

Hoffläche/Vorgarten: neu angelegt; rechts gepflasterte Freifläche, links begrünt.

Rückwärtiger Garten: ebenfalls neu angelegt.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen als auch für Städte und Siedlungen ist sowie wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozess dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer gewerblichen Ansiedlung zu einer Industriestadt (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Ausfallstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte. An der im 18. Jh. ausgebauten Chaussee nach Norden, der Düsseldorfer Straße, errichteten im Zuge der Industrialisierung Mülheims die Fabrikantenfamilien Andreae, Charlier, Böcking, Greeven u.a. ihre großzügigen Wohnhäuser. Die meist am Rheinufer stehenden Villen waren mit großen Gärten ausgestattet. Auf der östlichen Seite der Straße wurden Mietshäuser und das Walzwerk Böcking erbaut.

Das hier ebenfalls stehende Haus Düsseldorfer Str. 160 wurde als Mietwohnhaus mit einer repräsentativen Fassade errichtet. Mit dem benachbarten Haus Düsseldorfer Str. 156 ist es ein unverzichtbares Dokument der Entwicklung Mülheims und daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0