Wohnhaus
Ubierring 37 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0762 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ubierring 37, 50678 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.09.1981 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
1907 erbaut; vier Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß (verändert), drei Achsen, dreigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (schmiedeeisernes Brüstungsgitter verändert) in der Mittelachse, Werk- und Backsteinfassade mit Elementen des Jugendstils und des Neuklassizismus (zweites OG in Bossenquaderwerk, drittes und viertes OG in Ziegelmauerwerk mit Werksteingliederung). Haustüre mit Oberlicht und Türe zum Souterrain erneuert, Fenster erneuert. Rückseite und seitlicher Anbau mit neuerer Dachterrasse auf L-förmigem Grundriß, verputzt, Fenster teilweise original. Im Inneren original erhalten: Im Vestibül dunkel gerahmter Marmorboden, Marmortreppe mit einem Holzhandlauf, im Flur Marmorboden, Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf vom EG zum Souterrain, Zwischenpodeste in dunkel gerahmtem Terrazzoboden mit Mosaikkante, im Treppenhaus Fensterbänke Marmor.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard", bestehend aus zehn Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Der Ubierring, der in seinem östlichen Teil parkartig erweitert ist, bildet das letzte, südliche Teilstück des Rings zum Rheinufer hin. Die Bebauung erfolgte hier im wesentlichen erst zu Beginn unseres Jahrhunderts.
Das Haus Nr. 37 ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt des Ubierrings - zwischen den Straßenzügen An der Bottmühle und Am Bayenturm - fast vollständig erhaltenen Häuserzeile. Dabei hebt sich das 1907 erbaute Haus durch sein ungewöhnlich hohes, stark rustizierendes Bossenmauerwerk und die darüber anschließende Ziegelfassade von den benachbarten, vorwiegend mit glatten Werksteinfassaden gestalteten Häusern besonders ab. Baukünstlerisch bedeutend ist das Gebäude als Beispiel einer Bauweise mit Dekorelementen des floralen und geometrischen Jugendstils mit Anklängen an den Neiklassizismus. Gleichzeitig gibt es Aufschluß über die Ansprüche und das Repräsentationsbedürfnis seiner einstigen Bauherren. Trotz einiger Veränderungen (fehlender Giebel) bewahrt das o.g. Objekt in unmittelbarer Nachbarschaft zum etwas früher errichteten Rautenstrauch-Joest-Museum (Nr. 45) das ursprüngliche, hochherrschaftliche Erscheinungsbild des in diesem Straßenabschnitt noch im Mittelstreifen begrünten Ubierrings und wird somit auch städtebaulich zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0