Wohnhaus

Marienburger Straße 26 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0896
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienburger Straße 26, 50968 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1982
Stadtteil Marienburg

Die unmittelbar nach dem Jahr 1900 errichtete, von dem Architekten Georg Eberlein entworfene, zweigeschossige Halbvilla bildet mit dem Haus Marienburger Straße 24 eine baulich-künstlerische Einheit.

Zwei Fensterachsen gliedern vertikal die Straßenfassade. Ein polygonaler Erker mit Zwiebeldach auf der Mittelachse des giebelbekrönten Eckrisalit sowie eine, an das Nachbarhaus stoßende, zurückspringende Achse mit Balkonen in beiden Geschossen. Unterschiedliche Schmuckelemente, wie der vorgeblendete Fachwerkgiebel, Gesimse, Reliefbänder und Ornamente in Holz und Stuck prägen den Charakter des Hauses. Der Zugang zur Halbvilla erfolgt an der Schmalseite des Hauses durch einen vorgelagerten, turmartigen Eingangstrakt, der mit schiefergedecktem Pyramidendach überdacht ist.

Die Innengestaltung des Hauses ist noch weitgehend original erhalten. Vorgärten mit alter Einfriedung tragen zu einer ästhetischen Einheit der Doppelvilla bei.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner, im Verhältnis zur übrigen Stadt, im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. jahrhundert haben hier fast ausschließlich bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitg eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.

Das Haus Marienburger Straße 26 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und, wegen seiner Gesamtplanung, auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts seine spezifische Ausprägung.

Das Haus Marienburger Str. 26 ist in seiner Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer, künstlerischer Qualität. Der für die Gründerzeitepoche wichtige Architekt Georg Eberlein hat hier ein bemerkenswertes Beispiel von Doppelvillenarchitektur geschaffen, von der es in Köln nur noch wenige vergleichbare Objekte gibt.

Die malerische Gestaltung sowie die mannigfaltigen Schmuckelemente, die historischen Stilepochen entlehnt sind, bestimmen das Erscheinungsbild der Villa. Gleichzeitig zeigt sich die Architektur durch ihr vorgeblendetes Fachwerk im Giebel der lokalen Baukunst verbunden.

Die Halbvilla ist als bedeutendes Beispiel der Gründerzeitepoche in Köln und als Schaffenswerk des Architekten Eberlein, dessen Werk es wissenschaftlich zu erforschen gilt, unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0