Wohnhaus

Marienburger Straße 24 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2772
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienburger Straße 24, 50968 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.12.1984
Stadtteil Marienburg

Die unmittelbar nach dem Jahr 1900 errichtete, von dem Architekten Georg Eberlein entworfene, zweigeschossige Halbvilla bildet mit dem Haus Marienburger Straße 26 eine baulich künstlerische Einheit (Kriegseinwirkungen haben bei dem Haus Nr. 24 die einst reiche Dachlandschaft mit Eckturm zerstört). Drei Achsen gliedern vertikal die Straßenfassade, eine äußere Achse mit polygonalem Eckturm, dessen oberer Abschluß fehlt, eine Mittelachse auf glatter Putzfläche sowie eine an das Nachbarhaus stoßende zurückspringende Achse mit Balkon und im EG einem um 1905 ausgebauten Wintergarten. Sämtliche Fenster (z. T. erneuert) besitzen ein kleinteilig sprossiertes Oberlicht aus quadratischen Feldern. Der Putz wird besonders im Bereich des Eckturms durch reliefartige Putzfelder mit Ornamenten gegliedert. Weitere Gliederungselemente sind das Holzwerk von Traufgesims, Balkon und Wintergarten (die Fortsetzung dieser Gliederungen in Holz befanden sich im zerstörten Dachbereich). Der Zugang zur Halbvilla erfolgt an der Schmalseite des Hauses durch einen hervortretenden Eingangstrakt mit originaler Haustür. Die Rückfront des Hauses ist bis auf einen seitlichen Anbau, der nach 1945 aufgestockt wurde, im origialen Zustand. Das Innere der Halbvilla ist bis auf das Treppenhaus im originalen Zustand (mit reich gegliederten Stuckdecken im EG und originalen Türen) erhalten. Das heutige Treppenhaus trat in den 30er Jahren beim Umbau der Halbvillen zu einem Zweifamilienhaus an die Stelle eines weiträumigen offenen Treppenhauses im Sinne einer Wohnhalle.

Das Haus Marienburger Straße 24 ist bedeutend für Marienburg, weil es zu den ersten Doppelvillen des Vororts gehört; diese Doppelvillen kennzeichneten ab etwa 1900 den schnellen Ausbau der weitgehend unbesiedelten Gegend zu einem Stadtteil. Die Marienburger Straße ist die erste Straße des Stadtteils, in der solche Doppelvillen entstanden. Die Halbvilla ist ein wichtiges Zeugnis für die künstlerische Qualität und die Vielfalt in der Formensprache in der Architektur der Jahrhundertwende. Wichtig ist diese Halbvilla insbesondere auch als belegtes Werk des Architekten Georg Eberlein. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt weitgehend vom Krieg verschonten und im originalen oder weitgehend im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Die Halbville Marienburger Straße 24 trägt als historischer Bau zur Ablesbarkeit des städtebaulichen Konzepts "Villenkolonie" der Gründerzeit entscheidend bei.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0