Wohnhaus

Roonstraße 61 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0932
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Roonstraße 61, 50674 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.01.1982
Stadtteil Neustadt/Süd

1903 inschriftlich datiert. Vier Geschosse, Souterrain, sechs Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhäusern in der zweiten und fünften Achse, dort auch je ein dreigeschossiger Erker (erstes bis drittes Obergeschoß) sowie je ein Balkon mit originalem, schmiedeeisernen Geländer im Hochparterre. Reiche Stuckfassade im Stil des Historismus mit Jugendstileinflüssen. Souterrain verändert, Türen verändert, Fenster teilweise original.

Rückseite und die beiden Hinterhäuser mit zweifarbiger Backsteinfassade, Fenster weitgehend original.

Im Inneren original erhalten: Im Vestibül Marmortreppe, beidseitig mit Messinghandlauf, aufwendiger Wand- und Dekkenstuck; runder Stützbogen; Marmorboden auf dem Treppenabsatz im Hochparterre; hinab zur Hoftüre führende Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf; Haupttreppe in Terrazzo mit schmiedeeisernem Geländer und aufwendig geschnitztem Holzhandlauf; Zwischenpodeste im ersten und zweiten Obergeschoß in Marmor, ansonsten in schwarz gerahmtem Terrazzo; Deckenstuck über allen Zwischenpodesten, auch unter den Treppenaufgängen, außerdem mit Stuck eingefaßte Spiegel auf den Treppenabsätzen der Wohnungseingänge; die meisten Wohnungseingangstüren, Zimmertüren.

Die von H.J. Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnanlagen mit allen Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher Straße und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sogenannte Westend, das durch den Stadtgarten und verschiedene, begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot.

Die Roonstraße, an der sich das o.g. Objekt befindet, erstreckt sich vom Barbarossaplatz bis zur Jülicher Straße / Moltkestraße. Das Gebäude ist ein wichtiger, integraler Bestandteil der teilweise im Original erhaltenen Erstbebauung. Es bildet ein Ensemble mit dem ebenfalls noch qualitätvollen Nachbarhaus Nr. 59. Als sogenanntes Zweispännermiethaus belegt es den wirtschaftlichen Aufschwung im frühen 20. Jahrhundert und den damit verknüpften Bedarf an Mietwohnungen. Gleichzeitig weist es auf den Wunsch nach mehr Wohnraum, also auf die gesteigerten Ansprüche der Bewohner hin, die noch heute ebenso in der aufwendigen Innenausstattung zutage treten. Trotz einzelner Veränderungen, etwa im Souterrainbereich der im Jugendstil dekorierten Stuckfassade, wird das Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument der gehobeneren Kölner Neustadtarchitektur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0