Wohn- u. Geschäftshaus
Jakobstraße 66 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1341 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Jakobstraße 66, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.03.1983 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Südstadt (Severinsviertel), da es den Prozeß der Verstädterung des bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts dörflich aussehenden, südlichen Altstadtteil dokumentiert.
Die Grundrißform des Baukörpers folgt im Kern dem üblichen Schema des rheinischen Dreifensterhauses mit kurzem Anbau (sogenannte L-Form) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hebt jedoch durch die Akzentuierung der Fassaden-Mittelachse (Mittelrisalit-Andeutung, Übergiebelung des mittleren Fensters im ersten und zweiten Obergeschoß, formreiche Ausgestaltung der mittleren Dachgaube und ihre Betonung durch eine Krone mit Muschelmotiv) die Horizontalität des Vorbilds weitgehend auf.
Der Mittelrisalit und die beiden äußeren Hauskanten sind durch horizontal gezogene Bänder akzentuiert, das Untergeschoß (mit doppelten, flachen Segmentbögen, dem Hauseingang links von der Mittelachse und einer Toreinfahrt links) weist eine grobe Quaderung auf. Dabei nimmt - rein optisch - die Höhe der Geschosse mit zunehmender Zahl deutlich ab.
Die Ästhetik der Fassadengestaltung ist in der Betonung der Mittelachse, der Vertikalität und der Anwendung des Schemas der monumentalen Ordnung (Untergeschoß gleich Sockel, erstes und zweites Obergeschoß gleich Pilasterzone, Dachzone gleich Architrav) dem Stil der französischen Renaissance verpflichtet.
Im Inneren des Hauses sind es die Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Fenster im Treppenhaus und Fliesenfußboden im Flur, die mit der Gestaltung der Fassade korrespondieren.
Das viergeschossige Haus (gebaut um 1880) ist ein Dokument eines mehrzweckorientierten Miethauses (Wohnungen für den Eigentümer, Gewerbetreibende, Lohnarbeiter) einer repräsentativen Ausprägung. In der Korrespondenz, in Maß und Proportion mit den Häusern Jakobstraße 68 bis 52 bildete das o.g. Haus ein (heute leider nur teilweise in der Originalform erhaltenes) Ensemble von Miethäusern der gehobenen Mittelklasse (gewerbetreibender Geschäftsleute), das sich stolz von der gegenüber liegenden Bebauung des Kartäuserklosters bzw. der Hebammen-Lehranstalt absetzte.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0