Wohnhaus
Leostraße 40 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7384 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 40, 50823 Köln |
| Baujahr | 1891 bis 1892 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.02.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1891/92; 3 Geschosse; ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen; Eingang zurückgestuft in der linken Achse; Backsteinfassade mit reicher Stuckverzierung in Anlehnung an Renaissanceformen; Fenster, Eingangstür u. Dachgaube erneuert; EG als Sockelgeschoß mit aufgeputzter Quaderstruktur gekennzeichnet; Konsolen in den Scheitelpunkten der Wandöffnungen; rundbogige Fensteröffnungen im 1. OG durch Pilaster (links und rechts), bzw. 3/4-Säulen (Mitte) mit reichprofilierten Verdachungen gerahmt;
Sohlbankgesims zw. 1. und 2. OG; Fensterrahmungen im 2. OG zurückhaltend profiliert; Mittelachse durch konsolgestützte Verdachung mit Würfelfries betont; profiliertes Dachgesims; Dachüberstand lagert auf einer Reihung von Konsolen; Rückfront: verputzt; linker Hand zweiachsiger Wohnbereich gegenüber dem Treppenhaustrakt mit WCs leicht zurückgestuft; Dachgaube und Fenster erneuert; Innen original: Gewölbekeller (z.T. fischgrätförmig vermauerte Gewölbe); hölzerne Treppenanlage; weitgehend Grundrisse; Dielen; WC-Tür im EG; Speichertür; Bestandteil des Denkmals ist auch die hofseitige Erfassungsmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o.g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch eine an der Renaissance-Architektur orientierten Fassadengliederung und -gestaltung variiert. Typisch hierfür ist die Horizontalgliederung in ein Sockelgeschoß, ausgezeichnet durch eine aufgeputzte, stilisierte Quaderstruktur, eine "bel etage", die durch aufwendig gestaltete Fensterrahmungen als repräsentatives Hauptwohngeschoß charakterisiert ist und das demgegenüber betont schlicht gehaltene 2. OG. Die aus der Antike stammenden, in der Renaissance modifizierten und im Historismus des späten 19. Jh. umgewerteten Bau- und Schmuckformen werden als Mittel der Repräsentation zur Aufwertung der schlichten Baustruktur eingesetzt, wodurch das o.g. Objekt, ebenso wie eine ganze Reihe weiterer Bauten der Leostraße eine das Straßenbild prägende Erscheinung erhält, die es unbedingt zu sichern gilt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0